In einer Stadt, die bis ins Mark barock ist, ist dies die Kirche, in die Florenz eingezogen ist. 1411 als Santa Maria di Monteoliveto gegründet und später von Alfons II. von Aragón vergrößert, wurde sie zur Lieblingskirche des Hofes, und die Könige riefen toskanische Bildhauer zur Arbeit: Antonio Rossellino, Benedetto da Maiano, später Giorgio Vasari. Der heutige Name kam im neunzehnten Jahrhundert, als die Bruderschaft der Lombarden, ohne Kirche geblieben, hierher zog und ihn mitbrachte.
Sehenswertes
Das, womit niemand rechnet, steht in der Kapelle rechts vom Eingang: die Beweinung Christi von Guido Mazzoni, von 1492, acht lebensgroße Tonfiguren um den Leichnam gruppiert. Es sind keine allgemeinen Heiligen: Sie weinen, schreien, ringen die Hände, und die Überlieferung sagt, die Gesichter seien Bildnisse des aragonesischen Hofes, den König eingeschlossen. Man steht zwischen ihnen, und das hat mit einem Kirchenbesuch wenig zu tun.
Dann die Correale-Kapelle mit der Verkündigung von Benedetto da Maiano und den Reliefs Antonio Rossellinos: reinster toskanischer Marmor, über das Meer nach Neapel gebracht. Und schließlich die alte Sakristei, einst das Refektorium der Olivetaner: Das Gewölbe hat Vasari freskiert, und darunter laufen die Holzintarsien des Fra Giovanni da Verona, geöffnete Scheinschränke mit Büchern, Musikinstrumenten und Sanduhren darin, alles perspektivisch aus kleinen Stücken verschieden gefärbten Holzes gebaut.
Der Besuch
Die Kirche liegt an der Piazza Monteoliveto, fünf Minuten von der Via Toledo und ebenso weit von Spaccanapoli; man tritt mit einer Karte ein, sonntags kürzere Zeiten, an manchen Tagen nachmittags geschlossen. Dreiviertelstunde. Die Sakristei wird zusammen mit der Kirche besichtigt und lohnt den Preis allein.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie in der Sakristei bis auf eine Handbreit an die Intarsien heran: Aus der Nähe sieht man die Maserungen, Stück für Stück ausgesucht, um Schatten zu erzeugen, und begreift, dass es keine Malerei gibt, nur geschnittenes Holz. Kehren Sie dann zur Beweinung zurück und gehen Sie um sie herum: Die Figuren sind für einen einzigen Blickpunkt gemacht, doch von hinten sieht man, wie Mazzoni den Ton mit bloßen Händen bearbeitet hat.
