Im Jahr 1529 kam Neapel aus einer Pest, die Zehntausende getötet hatte. Eine alte Frau des Viertels sagte, sie habe eine Offenbarung gehabt, und nahe der Mauer wurde ein Marienbild gefunden; die Seuche endete kurz darauf, und die Stadt nahm dieses Zusammentreffen als Versprechen. Es entstand eine Laienbruderschaft, die die Kirche baute, und seither kommen die Neapolitaner hierher, wenn die Stadt in Gefahr ist.
Sehenswertes
Der Bau wurde in den ersten Jahren des siebzehnten Jahrhunderts nach einem Entwurf von fra' Nuvolo vollendet, dem Mönch und Architekten, an den man sich in Neapel wegen seiner mit farbigen Majoliken verkleideten Kuppeln erinnert: die dieser Kirche ist eine davon, und von den Dächern und aus manchen Gassen ringsum sieht man sie gut. Drinnen gibt es Marmor, Altäre und die Ikone der Madonna von Konstantinopel, derentwegen dies alles existiert.
Neben der Kirche arbeitete ein Konservatorium für Mädchen, wie es damals üblich war: eine Anstalt, die sie aufnahm und erzog. Die Tafeln und die Ausstattung erzählen die lange Liste der Unglücke, vor denen die Stadt sich hier gerettet glaubte: Dürre, Überschwemmungen, ein Ausbruch des Vesuv, die Pest von 1656 und dann die Cholerawellen des neunzehnten Jahrhunderts.
Der Besuch
Die Kirche liegt an der Via Santa Maria di Costantinopoli, zwischen der Piazza Bellini und dem Archäologischen Museum; Eintritt frei, die Zeiten richten sich nach den Gottesdiensten: Am besten kommt man vormittags. Zwanzig Minuten. Das Fest fällt auf den Dienstag nach Pfingsten.
Tipp der Redaktion
Die Straße vor der Kirche ist die der Antiquitätenläden und der Akademie der Schönen Künste: Studenten, Stände mit Drucken und alte Möbel. Gehen Sie das Stück vom Museum zur Piazza Bellini zu Fuß und sehen Sie in die Schaufenster, dann treten Sie ein: Von der weltlichsten Straße des Zentrums kommt man in zwei Schritten in die Kirche der Pestgelübde.
