Im Jahr 1527, zwischen Pest und Krieg, legte die Stadt Neapel dem heiligen Januarius ein Gelübde ab und verpflichtete sich, ihm eine Kapelle zu bauen. Über Geld und Gaben wurde ein Ausschuss weltlicher Bürger gesetzt, nicht der Bischof: Diesen Ausschuss gibt es noch, er besteht aus Neapolitanern, und er verwaltet den Schatz seit fast fünf Jahrhunderten. Deshalb wurde diese Sammlung nie verkauft und nie zerstreut, auch in den schlimmsten Zeiten nicht.
Sehenswertes
Das berühmteste Stück ist die silberne Mitra, 1713 für die Statue des Heiligen gefertigt: Sie ist mit Tausenden von Steinen bedeckt, Diamanten, Smaragden und Rubinen, dicht an dicht gefasst, und schon die Gewichtszahlen zeigen, welche Größenordnung von Reichtum hier gehandhabt wurde. Daneben liegt die Halskette, als schlichter Schmuck begonnen und über zwei Jahrhunderte gewachsen mit den Ringen, Kreuzen und Gemmen, die Königinnen, Könige und Reisende aus Frömmigkeit oder politischem Kalkül hinzufügten.
Der Rest sind Kelche, Monstranzen, mannsgroße Silberstatuen, Gewänder und Leuchter: Die Inventare wurden mit denen der Kronjuwelen anderer europäischer Länder verglichen, und der Vergleich hält stand. Neben dem Museum besichtigt man die Schatzkapelle mit ihren Gemälden und Fresken des siebzehnten Jahrhunderts und den silbernen Büsten der Schutzheiligen der Stadt.
Der Besuch
Der Eingang liegt in der Via Duomo, neben der Kathedrale, zehn Minuten von der Piazza Cavour; Eintritt gegen Gebühr, Audioführung in der Regel enthalten, an manchen Tagen nachmittags geschlossen: vorher prüfen. Eine Stunde.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie sich die Halskette aus der Nähe an und suchen Sie die Stücke, die voneinander abweichen: Man erkennt, was zu verschiedenen Zeiten, mit anderem Geschmack und anderen Händen hinzukam. Es ist ein Gegenstand, den niemand entworfen hat, sondern der sich schichtweise bildete, wie ein Archiv aus Steinen statt aus Papieren.
