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Napoli sotterranea

📍 Napoli, Kampanien · 59/100

Neapel ist aus dem Stein gebaut, der unter ihm liegt: Der gelbe Tuff, vor fünfzehntausend Jahren verdichtete Asche der Phlegräischen Felder, lässt sich leicht schneiden und trägt gut. Jahrhundertelang brach man ihn, indem man unter eben den Häusern grub, die damit gebaut wurden, und das Ergebnis ist eine Stadt oben und ihr Negativ unten: etwa neunhunderttausend Quadratmeter bekannter Hohlräume, und die Karte ist nicht fertig.

Sehenswertes

Auf den begehbaren Wegen steigt man dreißig oder vierzig Meter hinab und durchquert die Tuffbrüche, die Zisternen und die Kanäle der griechisch-römischen Wasserleitung, die das Wasser über die Brunnen in die Häuser brachte. Ganz hinten liegen die engen Gänge, breit wie ein Mensch, die man mit der Kerze in der Hand geht, weil es kein elektrisches Licht gibt.

Dasselbe Netz wurde im Zweiten Weltkrieg zum Luftschutzraum umgebaut: In manchen Räumen stehen noch die Feldbetten, liegen das Spielzeug, die Schriften an den Wänden und die Dinge, die jene zurückließen, die hier Monate verbrachten. Der Übergang von den römischen Zisternen zu den Graffiti von neunzehnhundertdreiundvierzig geschieht auf wenigen Metern, und das beeindruckt am stärksten.

Der Besuch

Der bekannteste Eingang liegt an der Piazza San Gaetano, an der Via dei Tribunali; man kommt nur mit Führung hinein, zu festen Zeiten, und Voranmeldung ist ratsam. Anderthalb Stunden. Es gibt steile Treppen und sehr enge Durchgänge: Wer unter Platzangst leidet, sollte es vorher wissen, es gibt Wege, die diese vermeiden.

Tipp der Redaktion

Fragen Sie die Führung nach den pozzari, den Männern, die Brunnen und Zisternen sauber hielten und zum Arbeiten von unten in die Häuser stiegen. Von ihnen stammt die Legende vom munaciello, dem kleinen Mönch, der ins Haus kommt und die Dinge verrückt: ein wirklicher Beruf, zum Hausgespenst geworden, und das ist die neapolitanische Art zu erzählen, was darunter liegt.

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