Der Ort entstand in byzantinischer Zeit auf den Resten einer önotrischen Festung, die die Griechen von Velia zur Kontrolle ihres Umlands verstärkt hatten, und der Name, den er 1862 annahm, sagt genau das: ein neues Velia. Im dreizehnten Jahrhundert war er Lehen der Della Magna, von klar germanischer Herkunft, und später Hauptort des «Staates Novi» mit dreizehn Weilern. Seine Barone kamen weit: Tommaso Marzano war Großadmiral des Königreichs, Antonello Petrucci erster Minister König Ferrantes von Aragón, Ettore Pignatelli Präsident des Königreichs Sizilien zur Zeit Karls des Fünften. Und ebendarin liegt, so die Quelle, das Übel: die unmittelbare Teilnahme der Barone an den Geschäften des Königreichs Neapel brachte Unaufmerksamkeit gegenüber dem Städtchen und seinen Bewohnern und damit Verlassenheit, Entvölkerung und Hungersnöte. Der Ort bezahlte die Laufbahnen seiner Herren. Im Jahr 1614 wurde der Staat Novi an Giacomo Zattara verkauft, und 1759 bauten die Zattara den Baronspalast und zogen hierher; zwischen 1928 und 1946 wurde die Gemeinde dagegen aufgehoben und mit Vallo della Lucania vereinigt.
Über dem Ort erhebt sich der Monte Gelbison, und auf seinem Gipfel steht das Heiligtum der Madonna del Monte Sacro, errichtet dort, wo eine alte heidnische Kultstätte lag: wahrscheinlich bauten die Önotrer dort einen Tempel für eine ihrer Gottheiten, später mit Hera gleichgesetzt, und seit dem vierzehnten Jahrhundert steigen Pilger hinauf. Der Name des Berges hat zwei konkurrierende Erklärungen, und sie kommen aus verschiedenen Welten. Die örtliche Gelehrtentradition hielt den Ort für den Sarazenen bekannt und leitete Gelbison aus dem Arabischen ab, mit der Bedeutung Berg des Götzen; neuerdings wurde das Wort auf das deutsche Gelbeisen zurückgeführt, wegen der Limonitvorkommen. Eine Legende gegen ein Mineral. In der Pfarrkirche Santa Maria dei Lombardi, wo einige der Bischöfe begraben liegen, die im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert Novi zu ihrem Sitz wählten, steht eine hölzerne Madonna del Monte, deren Gewand und Mantel ein Beispiel für Estofado sind, ein Geschenk der Valencianer.