Die Tür des Doms von Ravello ist aus Bronze, 1179 von Barisano da Trani gegossen, und sie ist eine der wenigen mittelalterlichen Türen dieser Art, die in Italien geblieben sind: vierundfünfzig Felder mit Heiligen, Rittern und Szenen der Passion, jedes anders. Bezahlt hat sie ein ortsansässiger Kaufmann, denn Ravello handelte im Mittelalter mit dem Orient und war reich, weit reicher, als sein stiller Platz heute vermuten lässt.
Sehenswertes
Drinnen ist das entscheidende Stück der Ambo, also die Kanzel, von der das Evangelium gelesen wurde: ein mit Mosaik überzogener Marmorkasten, getragen von sechs gedrehten Säulen auf Löwen. Nicola di Bartolomeo da Foggia schuf ihn für die Familie Rufolo, und an der Seite sitzt die Büste einer Frau, Sigilgaita Rufolo, mit Krone und aufgestecktem Haar: ein wirkliches Bildnis, in einer Kirche des dreizehnten Jahrhunderts.
In einer Kapelle wird die Ampulle mit dem Blut des heiligen Pantaleon bewahrt, das sich der Überlieferung nach jedes Jahr am siebenundzwanzigsten Juli verflüssigt. Unter der Kirche liegt das Museum mit den Marmorwerken, den Skulpturen und dem Material des Doms an einem Ort versammelt.
Der Besuch
Der Dom steht am Hauptplatz von Ravello, wo der Bus und die Straße von Amalfi ankommen; der Eintritt in die Kirche ist frei, das Museum in der Krypta kostet Eintritt. Eine halbe Stunde. An Festivaltagen ist der Platz abends voll.
Tipp der Redaktion
Setzen Sie sich einen Moment auf die Freitreppe davor: Ravellos Platz ist einer der wenigen Orte dieser Küste, an denen man keine Autos hört, weil die Straße hier endet. Gehen Sie dann wieder hinein und sehen Sie sich die Büste der Sigilgaita aus der Nähe an: eine Frau von vor achthundert Jahren, mit einem Ausdruck, der nicht der einer Heiligen ist.
