🖼️ Museen

Museo della carta

📍 Amalfi, Kampanien · 55/100

Hinter Amalfi öffnet sich ein enges Tal namens Tal der Mühlen, und der Name sagt alles: Das vom Berg herabkommende Wasser trieb die Räder der Papiermühlen. Hier stellte man das Bambagina-Papier her, und die Amalfitaner hatten die Technik von den Arabern gelernt, ehe man im übrigen Europa wusste, wie es geht.

Sehenswertes

Das Museum ist eine echte Papiermühle, 1969 vom Besitzer umgewandelt, der einer der alten Familien des Gewerbes angehörte. Drinnen stehen die Stampfen, die Bottiche, die Pressen und die Schöpfformen, restauriert und noch betriebsfähig: Man sieht das Wasser einlaufen, die Maschine die Lumpen schlagen und den Bogen im Bottich entstehen.

Im Obergeschoss gibt es Fotografien, Drucke und eine kleine Bibliothek zu den Herstellungstechniken. Papier war jahrhundertelang eine der Waren der Seerepublik: Es wurde verkauft, ausgeführt, und seine Güte war eine Frage des Handelsrufs wie bei Stoffen oder Gewürzen.

Der Besuch

Das Museum liegt in der Via delle Cartiere, fünf Minuten zu Fuß vom Dom talaufwärts; man kommt mit einer Führung von etwa zwanzig Minuten hinein, mit Karte, und am Ende sieht man zu, wie ein Bogen von Hand geschöpft wird. Eine Stunde.

Tipp der Redaktion

Wenn man Ihnen den Faserbrei zeigt, sehen Sie hin, woraus er besteht: aus Lumpen. Jahrhundertelang gewann man Papier aus abgelegten Kleidern, und der Beruf des Lumpensammlers existierte, weil die Mühlen gebrauchtes Leinen und Hanf brauchten. Erst im neunzehnten Jahrhundert ging man zum Holz über, und darum halten alte Bücher besser als solche von vor hundert Jahren.

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