Der Name kommt vom lateinischen Mons Aureus, goldener Berg, und war schon im neunten Jahrhundert in Gebrauch: man führt ihn auf die goldgelbe Farbe des Tuffs zurück, die in gewissen Teilen des Gebiets — bei le Pantane etwa — nach dem Pflügen hervortritt. Es gibt andere Vermutungen und keine Gewissheit. Um ihn von anderen gleichnamigen Orten zu unterscheiden, nannte man ihn auch Montorio de Romania, Montorio di Romagna und ähnlich; seit dem siebzehnten Jahrhundert heißt er Montorio Romano. Die erste sichere Nachricht stammt eben aus dem neunten Jahrhundert, als der Ort als Besitz eines Abtes und des Klosters Farfa erscheint; vom elften Jahrhundert an ist er kein kleines bebautes Dorf mehr, sondern ein castrum auf seiner Kuppe, zusammengedrängt und befestigt, und die damals errichtete Burg ist die, die man noch sieht. Die Ältesten des Orts erzählen, Montorio sei von Verbannten gebaut worden.
Im vierzehnten Jahrhundert erscheint der Ort in der Liste des Salzmonopols, das er aus Rom kaufen musste: fünfzehn rubbi. Die römischen Adligen rissen, kaum dass sie von dem Gebiet wussten, sogleich seine Mühle an sich — die mola — denn eine Mühle war Geld; und es war ein gefährlicher Besitz, weil sie oft von Übeltätern oder von Hungrigen angegriffen wurde. Im Jahr 1480 wird Montorio in einer Urkunde als Ort beschrieben, der wenig einbringt, verglichen mit den benachbarten Palombara Sabina und Moricone. Zu seinen Herren zählten die Savelli, die Orsini und die Barberini. Und 1869 zog sich David Lazzaretti, der toskanische Bauer, der die Volkskirche der sogenannten Giurisdavidici gründete, hier in die alte Klause von Sant'Angelo zum Einsiedlerleben zurück. Die Kirche des Ortspatrons bewahrt Fresken, die um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts Lorenzo Torresani malte, und das Gebiet liegt im Anbaugebiet des Sabina-Olivenöls.