Sie wurde 1593 von Federico Zuccari gegründet, der ihr erster Principe war, mit einem klaren Gedanken: die Arbeit der Künstler über das bloße Handwerk zu erheben. Zuvor unterstanden die römischen Maler der Università dei Pittori, Miniatori e Ricamatori, also einer Handwerkerzunft. Der Name kommt vom Evangelisten Lukas, der der Legende nach das erste Bildnis der Jungfrau malte. Der historische Sitz lag am Forum Romanum, neben der Kirche Santi Luca e Martina; er wurde 1934 abgerissen, um die Via dell'Impero zu öffnen, und die Akademie zog in den Palazzo Carpegna um, wo sie noch heute ist, wenige Schritte vom Trevibrunnen entfernt.
Sehenswertes
Die Sammlung des Museums entstand auf eine Weise, die kaum ihresgleichen hat: laut Statut muss jeder aufgenommene Künstler der Einrichtung ein eigenes Werk schenken, um so eine Erinnerung an sich zu hinterlassen. Das Ergebnis ist eine Sammlung, die ganz aus Eintrittskarten besteht. Da sind der heilige Bartholomäus und der heilige Andreas von Agnolo Bronzino, eine perspektivische Ansicht von Canaletto, das von Baciccio gemalte Bildnis Klemens' XI. und von Antonio Canova ein Gipsrelief mit Sokrates, der Alkibiades in der Schlacht von Potidaia rettet, sowie eine Büste Napoleons, ebenfalls aus Gips.
Der Besuch
Es lohnt sich zu wissen, was diese Einrichtung einmal war. Paul V. gewährte ihr, dass ihre Mitglieder am Lukastag Verurteilte auswählen und für sie die Begnadigung erwirken durften. Urban VIII. gab ihr das Recht festzulegen, wer sich in Rom Künstler nennen durfte, und dann, im Jahr 1633, alle Künstler zu besteuern sowie das Monopol auf sämtliche öffentliche Aufträge des Kirchenstaates. Ihr Oberhaupt hieß Principe, und unter den Principi waren Gian Lorenzo Bernini und Domenichino. Viele bedeutende Künstler wurden jedoch nie aufgenommen, und in Rom entstanden alternative Schulen in offenem Gegensatz zur offiziellen Kunst: die bekannteste ist die der Bamboccianti.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie das Wappen, denn es ist eher ein Argument als ein Zierat. Es ist ein gleichseitiges Dreieck, gebildet aus drei Werkzeugen: dem Pinsel für die Malerei, dem Meißel für die Bildhauerei und dem Zirkel für die Baukunst. Darüber läuft ein Schriftband mit zwei Worten des Horaz, aequa potestas, also gleicher Rang. Die drei Künste sind die drei Seiten eines Dreiecks, dessen Seiten zwangsläufig alle gleich sind: die These der Akademie als Figur, ohne dass man sie aufschreiben müsste.
