Die Arbeiten begannen 1626, weil die alte Kirche der Annunziata für die Studenten des Collegio Romano nicht mehr ausreichte, und der Neubau wurde Ignatius von Loyola geweiht, dem Gründer der Gesellschaft Jesu, wenige Jahre zuvor heiliggesprochen. Bezahlt hat ihn Bischof Ludovico Ludovisi, Neffe eben jenes Papstes Gregor XV., der die Heiligsprechung unterzeichnet hatte: er zahlte sogleich zweihunderttausend Scudi und wollte eine Kirche, die an Weite und Schönheit nur wenigen nachstehen sollte. Sein erster Schritt ging allerdings schief. Er hatte ein Grundstück nahe dem Noviziat von Sant'Andrea gewählt, und der Papst wandte ein, die Höhe des neuen Baus nehme ihm den Blick auf den Quirinal: die Kirche wurde neben das Collegio Romano verlegt.
Sehenswertes
Ehe Sie nach oben blicken, erfahren Sie, wie der Architektenwettbewerb ausging. Unter denen, die Entwürfe einreichten, war Domenichino, ein Schützling Ludovisis, und über das Weitere gehen die Quellen auseinander. Sein Freund Passeri erledigt die Sache in einer Zeile: Domenico habe wie die anderen am Wettbewerb teilgenommen, Gott wisse, wie es ausging, und darüber zu sprechen sei überflüssig. Bellori wird deutlicher und berichtet, die Jesuiten seien zu ihm gegangen und hätten ihm gesagt, er solle sich nicht abmühen, denn sie wollten der Form ihrer eigenen Kirche Il Gesù folgen. Den Auftrag erhielt ein Jesuit, Pater Orazio Grassi, Architekt, Mathematiker und Astronom, vor allem bekannt als Gegner Galileo Galileis.
Der Besuch
Im Boden des Langhauses steckt eine vergoldete Scheibe: stellen Sie sich darauf und blicken Sie hinauf. Dort malte Andrea Pozzo 1685 einen zweiten Tempel über den wirklichen, in zwei Ordnungen von Säulen und Bögen, die zu einem goldenen Licht aufsteigen, in dem Christus das Banner des Kreuzes zeigt. Aus seiner Seite kommt ein Strahlenbündel, das Ignatius erhellt, und von Ignatius gehen vier Strahlen zu den vier damals bekannten Erdteilen, jeder auf einem Tier: Europa zu Pferd, Asien auf dem Kamel, Afrika auf dem Krokodil, Amerika auf dem Puma. Gehen Sie dann einige Schritte zum Altar hin, bis zur zweiten Bodenmarke: von dort wird die über der Vierung gespannte Leinwand zur Kuppel.
Tipp der Redaktion
Warum jene Kuppel gemalt und nicht gebaut wurde, weiß man nicht sicher: vielleicht des Geldes wegen, vielleicht weil die Anwohner keine große Kuppel wollten, die ihnen die Sonne nahm. Wie auch immer, der Kunstgriff wirkte so gut, dass Pozzo ihn in Frascati, Montepulciano, Arezzo, L'Aquila, Wien und Ljubljana wiederholte. Und die Leinwand hat ein bewegtes Leben hinter sich: gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts hatte der Kerzenrauch sie so geschwärzt, dass sie fast unsichtbar war, und sie trägt bis heute, vernäht, den Riss von der Explosion des Pulvermagazins von Monteverde im Jahr 1891.
