🏰 Burgen und Schlösser

palazzo del Quirinale

📍 Roma, Latium · 81/100

Auf dem höchsten Hügel Roms hat der Quirinalspalast dreißig Päpste, vier Könige von Italien und die Präsidenten der Republik beherbergt: Wenige Gebäude der Welt fassen so viel Geschichte der Macht zusammen. Er begann als päpstliche Sommerresidenz: 1583 beauftragte Papst Gregor XIII. Ottaviano Mascherino mit dem Ausbau der Villa der Carafa, die hier stand und deren Lage als gesünder galt als der Vatikan und der Lateran; 1587 ließ Sixtus V. die gesamte Anlage von der Apostolischen Kammer erwerben.

An dem Bau arbeiteten Generationen von Meistern: Domenico Fontana entwarf die Fassade, Flaminio Ponzio und Carlo Maderno vollendeten den Hauptbau für Paul V., und Guido Reni freskierte zwischen 1609 und 1612 die Kapelle der Verkündigung. Ab 1870 war der Palast Königsschloss der Savoyer, und seit 1946, nach dem Verfassungsreferendum, residiert hier der Präsident der Italienischen Republik.

Sehenswertes

Mit 110.500 Quadratmetern und 1.200 Räumen gehört der Palast zu den größten der Welt: Der ganze Komplex des Weißen Hauses kommt auf etwa ein Zwanzigstel dieser Fläche. Hervor stechen der Salone dei Corazzieri, der frühere päpstliche Thronsaal, dessen Fries Agostino Tassi, Carlo Saraceni und Giovanni Lanfranco malten, und die Cappella Paolina von Maderno, erbaut in denselben Maßen wie die Sixtinische Kapelle: Hier wurden vier Päpste gewählt. Über der Prunktreppe hängt der segnende Christus von Melozzo da Forlì, eines der berühmtesten Freskenfragmente des 15. Jahrhunderts.

Auf dem Platz davor stellte Fontana die Statuen der Dioskuren auf, die die Überlieferung Phidias und Praxiteles zuschreibt: Nach den beiden Kolossen mit ihren Pferden bekam der Hügel den volkstümlichen Namen Monte Cavallo. Napoleon bestimmte den Quirinal zu seiner Kaiserresidenz, betrat ihn aber nie.

Der Besuch

Der Palast ist der Amtssitz des Staatsoberhaupts, und die Repräsentationsräume – vom Festsaal bis zum Spiegelsaal, in dem die Richter des Verfassungsgerichts vereidigt werden – sind weiterhin Schauplatz des institutionellen Lebens. Draußen zieht sich die Manica Lunga an der Via del Quirinale entlang bis zum Bau von Ferdinando Fuga, in dem die Büros und die Wohnung des Präsidenten liegen, während Mascherinos Turm der Winde, das Torrino, über dem Ehrenhof aufragt. Die Gärten wurden im 17. Jahrhundert angelegt.

Tipp der Redaktion

Die Piazza del Quirinale ist eine natürliche Terrasse: Vom höchsten der sieben Hügel läuft der Blick über die Dächer bis zur Kuppel des Petersdoms, und am späten Nachmittag steht dir das Licht genau gegenüber. Von dort sind es nur ein paar Minuten bergab zum Trevi-Brunnen – Sandro Pertini wusste das gut und zog als Präsident seine alte Wohnung nahe dem Brunnen dem Palast auf dem Hügel vor.

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