Gegründet hat sie Karl VIII. im Jahr 1493, unter einem lateinischen Titel, der sie die Dreifaltigkeit auf dem Pincio nannte. Die Arbeiten am ersten Teil begannen wahrscheinlich zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts und zogen sich fast über das ganze Jahrhundert hin: dieser erste Kern ist rein gotisch, entworfen von Annibale Lippi und Gregorio Caronica und aus Steinen erbaut, die man aus Narbonne kommen ließ. Der heute gebräuchliche Name geht auf einen Fehler zurück: ursprünglich hieß sie Trinità del Monte, im Singular, nach dem Hügel, auf dem sie steht, und der Plural stammt aus einer falschen Übersetzung des Lateinischen, die erst im neunzehnten Jahrhundert aufkam. Die Kirche stand immer unter dem Schutz der französischen Krone, so sehr, dass der nördliche Teil des Platzes darunter lange der französische hieß; noch heute wird hier auch auf Französisch gefeiert.
Sehenswertes
Die Fassade hat eine einzige Ordnung von Pilastern und zwei gleiche Glockentürme mit achteckiger Haube: auf dem einen eine Uhr, auf dem anderen eine Sonnenuhr, die angeblich die Stunde von Rom und die von Paris angeben. Innen ein einziges Schiff mit sechs Seitenkapellen. Das Gewölbe der Vierung, eines der zuerst errichteten Teile, ist spätgotisch französisch mit verschlungenen Rippen: das einzige Beispiel dieses Stils in Rom. In den Kapellen begegnen einem die Kreuzabnahme, die Daniele da Volterra 1541 malte, und der Zyklus der Kapelle der Lucrezia della Rovere, wo nach Vasari der Meister alle Kartons zeichnete, die Ausführung aber großenteils den Schülern zufiel. Von zwei Zyklen kennt man den Urheber noch nicht: der eine stammt von einem Künstler raffaelischer Prägung, der vielleicht an den vatikanischen Loggien mitarbeitete, der andere wohl von einem Umbrer aus dem Umkreis Pinturicchios. Ursprünglich bewahrte die Kirche auch ein Altarbild von Jean-Auguste-Dominique Ingres.
Der Besuch
Die Treppe vor dem Portal ist nicht die berühmte. Als Sixtus V. die Kirche 1585 weihte, beauftragte er Domenico Fontana mit einer Straße, die den Pincio mit Santa Maria Maggiore verbinden sollte, und diese Straße erhielt ihren Namen vom Papst selbst; die Abtragungen hinterließen allerdings einen gewaltigen Höhenunterschied vor dem Hauptportal, und Fontana half sich mit der monumentalen zweiläufigen Treppe, die noch heute zum Eingang führt. Auf dem Platz davor ließ Pius VI. am Ende des achtzehnten Jahrhunderts den sallustianischen Obelisken aufrichten: er ist nicht ägyptisch, sondern römisch, jenen nachgeschnitten, und war der vorletzte der großen Obelisken, die im päpstlichen Rom aufgestellt wurden. Im Kloster nebenan liegen die perspektivische Galerie, von Andrea Pozzo ausgemalt, der Saal der Ruinen, den der Franzose Charles-Louis Clérisseau mit schon romantischem Empfinden malte — der Künstler beschloss seine Tage in Sankt Petersburg, am Hof der Zaren — und die Mater admirabilis, in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts von Pauline Perdrau gemalt.
Tipp der Redaktion
Schauen Sie die beiden Glockentürme nacheinander an und denken Sie dann an das, was hinter der Mauer liegt. In einem Gang des Klosters baute Emanuel Maignan eine Reflexionssonnenuhr, und über das Gewölbe laufen mehrere durch Farben unterschiedene Linienscharen: die italische Stunde, die französische und weitere. Ebendort hängen zwei anamorphotische Malereien von 1642, der heilige Franz von Paola Maignans und der Johannes, der die Apokalypse schreibt, von Jean François Niceron begonnen und von Maignan vollendet: Bilder, die sich nur von einem genauen Punkt aus zusammensetzen und von jedem anderen ein langgezogener Fleck bleiben. Ein Haus, das die Zeit zweimal misst und seine Figuren so malt, dass man sie nur von einer Seite sieht, sagt mehr als jede Tafel darüber, was es heißt, zwischen zwei Ländern zu leben.
