Am 18. November 1744 brachte die Gemeinde von San Siro di Viganego ihren Protest zu Papier: Die Einwohner von Terrusso hatten einen Glockenturm hochgezogen, der höher war als im vereinbarten Entwurf vorgesehen. Diese Episode erklärt die Pfarrkirche im Bisagnotal besser als jede Beschreibung; sie begann als Kapelle eines Weilers und wuchs, bis sie sich nicht mehr an ihren Platz hielt.
Sehenswertes
Die ursprüngliche Kapelle war Johannes dem Enthaupteten geweiht und entstand wohl kurz vor oder kurz nach 1645; die offizielle Weihe erfolgte am 12. August 1666 durch den Generalvikar Antonio Ratto. 1742 erklärte der Senat der Republik Genua sie zur weltlichen Kapelle unter seinem Schutz, und damit begann die Reiberei mit Viganego, der Pfarrei, von der Terrusso abhing.
Die heutige Gestalt stammt von der Erweiterung der Jahre 1772-1773, bei der auch der Chor neu gebaut wurde. Der umstrittene Glockenturm wurde 1863 von Grund auf erneuert und noch einmal erhöht. Am 20. Dezember 1917 erhob der Genueser Erzbischof Ludovico Gavotti die Kirche zur Pfarrkirche; 1928 wurde die Fassade erneuert, und 1986 kam die umfangreichste Arbeitsrunde des 20. Jahrhunderts: vollständiger Anstrich, Dach, Türen und Fenster sowie eine Sakristei mit neuem Marmorboden. Am Turm hängt heute eine elektronische Uhr mit drei Zifferblättern an drei Seiten.
Der Besuch
Terrusso ist ein Ortsteil von Bargagli, die Kirche steht in der Via Pasubio, an dem Hang, der oberhalb von Genua ins Bisagnotal führt. Sie ist Sitz der gleichnamigen Pfarrei im Vikariat Medio-Alto Bisagno des Erzbistums Genua: eine Dorfkirche im Dienst, ohne Aufsicht und ohne Eintritt, weshalb die richtige Stunde für eine offene Tür die der Gottesdienste ist. Wer zu anderen Zeiten kommt, hat immer noch Fassade und Turm, die sich von der Straße aus gut lesen lassen.
Tipp der Redaktion
Wir halten zuerst am unteren Ende der Straße, wo sich der Glockenturm von den Häusern löst: Nur von dort wird der Streit des 18. Jahrhunderts verständlich, denn der Turm ist noch immer höher, als eine Weilerkapelle es sich erlauben dürfte. Dann gehen wir hinein und suchen den Chor, den Teil, der neu gebaut wurde, als aus der Kapelle eine richtige Kirche wurde.
