⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Margherita

📍 Sori, Ligurien · 48/100

Der Glockenturm von Sori gilt als einer der schönsten Barocktürme Liguriens, und er hat ein genaues Anfangsdatum: Am 15. April 1740 begannen die Arbeiten zu seiner Aufstockung, gut zwanzig Jahre nach dem Neubau der Kirche, zu der er gehört. Die Pfarrkirche der heiligen Margareta von Antiochia steht an der Piazza della Chiesa mitten im Ort. Ein erster Bau stand hier um das 12. Jahrhundert, vermutlich romanisch und auf die damalige Einwohnerzahl zugeschnitten; ab 1143 unterstand er wie die übrigen Gotteshäuser der Gegend der Pieve San Michele Arcangelo in Pieve Ligure. Die Eigenständigkeit kam am 6. Mai 1674, als der Genueser Erzbischof Giovanni Battista Spinola die Kirche zur Propstei erhob und sie der Pieve entzog.

Sehenswertes

Der heutige Bau entstand zwischen 1711 und 1714 nach einem Entwurf von Giovanni Antonio Ricca dem Jüngeren. Der Grundriss ist ausgeprägt längsgerichtet, Vorhalle und Presbyterium sind beide stark gestreckt: Der Blick wird wie durch ein Fernrohr zum Altar gezogen. Der Innenraum ist einschiffig, breit und hoch, im Grundriss rechteckig, doch die Ecken sind abgeschrägt, und in diesen Abschrägungen öffnen sich niedrige Kapellen, anders zugeschnitten als die Hauptkapellen an den beiden Längsseiten. Man sollte eintreten und sich dann zum Eingang umdrehen: Der Größenunterschied zwischen beiden Kapellenreihen wird nur von dort lesbar.

An den Wänden hängen Gemälde des 18. Jahrhunderts von Malern der ligurischen Schule, ungefähr zeitgleich mit dem Bau selbst. Der Zweite Weltkrieg beschädigte die Kirche; eine Restaurierung zwischen 2002 und 2003 machte die Schäden wieder wett. Zu den Priestern, die die Gemeinde führten, gehörte von 1891 bis 1912 Giacomo Ghio, der von Sori auf den Erzbischofsstuhl von Urbino-Urbania-Sant'Angelo in Vado wechselte und ihn bis 1931 innehatte.

Der Besuch

Die Kirche ist Sitz der gleichnamigen Pfarrei im Vikariat Bogliasco-Pieve-Sori des Erzbistums Genua: ein Bau im Gebrauch, dessen Öffnungszeiten dem Gottesdienstkalender folgen. Wer zur falschen Stunde kommt, hat immerhin die Piazza della Chiesa, einen knappen Platz im alten Ortskern, von dem aus der Turm ganz zu sehen ist. Ein Blick vom Platz und einer von der Strandpromenade ergeben zwei verschiedene Kirchen: aus der Ferne zählt nur der Turm, aus der Nähe die Länge des Baukörpers.

Tipp der Redaktion

Wir kommen am späten Nachmittag, wenn das flache Licht den Turm von der Seite trifft und seine Gesimse und übereinandergesetzten Ordnungen herauslöst: Dann versteht man, warum er zum Besten des ligurischen Barocks gezählt wird. Drinnen empfehlen wir, den Innenraum bis zum Ende abzugehen und den Gemälden des 18. Jahrhunderts Zeit zu lassen. Es sind Arbeiten örtlicher Werkstätten, keine berühmten Meisterwerke, und genau deshalb sagen sie etwas: Sie zeigen, was sich eine Gemeinde am Meer im 18. Jahrhundert leisten konnte, einen genuesischen Architekten und einen Turm dieser Höhe.

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