Am Ende des 18. Jahrhunderts steckten Napoleons französische Truppen unter General Andrea Massena die alte Kirche von Ruta in Brand. Es folgte ein langer Verfall, und erst 1950 stellte die Denkmalbehörde den umstrittenen Turmhelm des Glockenturms wieder her. Der Bau selbst geht auf das 13. Jahrhundert zurück: Bis 1627 war er die einzige Kirche des Ortes, er war die dem Erzengel Michael geweihte Pfarrkirche und trägt heute den Titel des Heiligsten Herzens Jesu. Alle nennen ihn hier Chiesa Millenaria oder schlicht die alte Kirche.
Sehenswertes
Die Architektur ist romanisch und wurde nie geglättet: ein Mittelschiff mit Apsis, Sichtmauerwerk, niedrige und gleichmäßige Baukörper. Was heute steht, ist das Ergebnis zweier Restaurierungen, 1905 und 1950, die das Gebäude gerettet und ihm zugleich etwas genommen haben.
1905 entstand die Sakristei, und ein an die linke Flanke gebautes Häuschen wurde abgerissen, aller Wahrscheinlichkeit nach eine Herberge für Pilger; bei derselben Gelegenheit ersetzte man den ursprünglichen Boden und zerstörte dabei die Grabplatten, die im Bericht der apostolischen Visitation von 1749 noch beschrieben waren. Dieser Verlust lässt sich nur noch in Akten nachlesen, erklärt aber, warum der Boden der einzige stumme Teil der Kirche ist.
Der Besuch
Ruta liegt 269 m über dem Meer, auf dem Rücken, der die beiden Seiten der Landzunge trennt, rund 3,5 km vom Zentrum Camoglis entfernt; die Kirche steht in der Via XXV Aprile. Man erreicht sie über die Provinzstraße 30 von Ruta und die Staatsstraße 1 Aurelia oder über die Provinzstraße 31 von San Martino di Noceto. Das Gebäude liegt nicht zwischen den Häusern: Es steht auf einer von Bäumen gesäumten Wiese, hoch über der hügeligen Küste an den Hängen des Monte Esoli. Die Pfarrgottesdienste finden dagegen in der Kirche San Michele Arcangelo statt, weiter unten an der Via di Bana.
Tipp der Redaktion
Von der Wiese führt der Weg auf den Monte Esoli und weiter zur Wallfahrtskirche Madonna di Caravaggio in der Gemeinde Rapallo. Auch wer ihn nicht ganz geht, sollte die ersten Minuten des Aufstiegs mitnehmen: Sie genügen, um die Kirche von oben zu sehen, das Dach zwischen den Bäumen und das Meer hinter dem Kamm. Ziehen Sie festes Schuhwerk an, der Untergrund ist der eines echten Wanderwegs.
