In den Urkunden dieses Weilers kann man dem Sterben einer Kirche zusehen. Eine Notariatsurkunde von 1230 nennt hier in der Nähe eine dem Apostel Thomas geweihte Kirche; drei Jahre später bestimmt eine andere, dass ein einziger Pfarrer die Pfründe jener und dieser innehat; ab einem Schriftstück von 1260 taucht San Tommaso nicht mehr auf. Dreißig Jahre, drei Zeilen, ein verschwundenes Gebäude.
Sehenswertes
Geblieben ist die Kirche des heiligen Antoninus, in der Via degli Ulivi, im Ort Breccanecca. Das Dorf und seine Gemeinde hingen seit langobardischer Zeit von einem Klosterpriorat im Nachbartal ab und kamen dann Ende des fünfzehnten Jahrhunderts unter die Pfarrei von Cogorno.
Die Unabhängigkeit kam erst im neunzehnten Jahrhundert, als Breccanecca wieder eigenständige Rektorie wurde; im frühen zwanzigsten wurde sie zur Propstei erhoben und vom Bischof von Chiavari neu geweiht. Bürokratische Schritte, gewiss, doch für einen Hügelweiler hießen sie: einen eigenen Priester, eigene Register und eigene Begräbnisse zu haben, ohne ins Tal zu steigen.
Der Besuch
Die Kirche liegt im Ortsteil Breccanecca, auf den Höhen über Chiavari; sie ist Pfarrkirche und öffnet zu den Gottesdiensten. Zwanzig Minuten.
Tipp der Redaktion
Blicken Sie vom Vorplatz auf den gegenüberliegenden Hang und suchen Sie die Glockentürme der anderen Dörfer: Fast alle stehen auf derselben Höhe, in einem Band über dem Talgrund und unter dem Wald. Es ist der Gürtel der Oliventerrassen und der Saumpfade, die einzige Höhe, auf der man in Ligurien leben konnte. Die Dörfer liegen nicht zufällig verstreut, sie sind aufgereiht.
