⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di Santo Stefano

📍 Lavagna, Ligurien · 46/100

Am 15. August 1650 legten die Bewohner von Lavagna den Grundstein für die neue Stiftskirche; am 1. November desselben Jahres stürzte der Glockenturm der alten, längst aufgegebenen Kirche von selbst ein. Finanziert wurde der Bau über eine Abgabe auf den Getreideverkauf, die die Gemeinde eigens erhob, und viele Einwohner arbeiteten freiwillig auf der Baustelle mit. Das Gebäude steht auf den Ruinen der Burg der Fieschi und eines Signalturms, der den Seeleuten die Hafeneinfahrt anzeigte. 1668 war der Rohbau geschlossen, die feierliche Weihe folgte erst am 18. Oktober 1703, und 1921 verlieh Papst Benedikt XV. den Titel einer Basilica minor.

Sehenswertes

Wer sie entworfen hat, ist unklar. Örtliche Quellen nennen Giovanni Battista Ghiso, Architekt der Republik Genua, der einem Entwurf von Gian Lorenzo Bernini gefolgt sein oder ihn zumindest gekannt haben soll; der Kunsthistoriker Federico Alizeri schreibt den Plan dagegen Francesco da Novi zu. Das Innere hat drei Schiffe, teils gekuppelte Säulen tragen Rundbögen: über dem Mittelschiff spannt sich ein Tonnengewölbe mit kräftigen Rippen, über den Seitenjochen erheben sich kleine Kuppeln. Die beiden Glockentürme neben der Marmorfassade waren 1657 fertig, elf Jahre vor dem Rest.

Die zehn Seitenaltäre verraten, wer bezahlt hat: der erste rechts heißt «Altar der Fischer» und ist Petrus und Andreas geweiht, der zweite links «Altar der Bauern», mit der Madonna della Guardia mit dem heiligen Martin von Sebastiano Galeotti. Am sorgfältigsten gearbeitet ist der Altar des heiligen Nikolaus von Bari mit dem Auferstandenen Christus, dem heiligen Nikolaus und dem heiligen Stephanus von Domenico Piola. Am Hochaltar der Brüder Bocciardi steht die Marmorstatue des Kirchenpatrons von Pasquale Bocciardo, daneben hängen das Martyrium und die Auffindung des Leichnams des heiligen Stephanus von Carlo Fontana. Die Kuppel der Rosenkranzkapelle malte 1881 Gian Battista Pianello aus Chiavari.

Der Besuch

Der Eingang liegt an der Piazza Guglielmo Marconi mitten in Lavagna. Die Basilika ist Pfarrkirche des Vikariats Chiavari-Lavagna und öffnet nach den Gottesdienstzeiten: am Vormittag und am späten Nachmittag steht sie fast immer offen. Nicht alles ist allerdings vom Kirchenschiff aus zu sehen. Die Bögen und Pfeiler des alten Chors, der Rest des Vorgängerbaus, stecken heute im Pfarrhaus und lassen sich nur auf Nachfrage besichtigen. Für die Gemälde der Seitenaltäre zählt das Licht, und das beste Licht ist hier das der Mittagsstunden.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, sich hinten ins Mittelschiff zu stellen und die kleinen Kuppeln der Seitenjoche einzeln anzusehen, statt gleich zum Hochaltar zu gehen: die Taufe Jesu über dem Taufbecken, die Marienerscheinung am Monte Figogna über dem Bauernaltar, Pius V., der den Sieg von Lepanto verkündet, neben der Rosenkranzkapelle und daneben die Prozession der Lavagnesen, gemalt so, wie sie wirklich stattfand. Vor dem Hinausgehen lohnt eine Jahreszahl: 1060, als diese Kirche Kollegiatstift wurde, das erste außerhalb Genuas. Die älteste Erwähnung ist noch früher, ein Schiedsspruch des Grafen Oberto von Lavagna aus dem Jahr 994.

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