⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica dei Fieschi

📍 Cogorno, Ligurien · 50/100

1244 beschloss Papst Innozenz IV., mit bürgerlichem Namen Sinibaldo Fieschi, im Dorf seiner Familie eine Kirche zu errichten; er war gerade in Genua, auf dem Weg zum Konzil von Lyon. Während er 1245 dieser Versammlung vorsaß, verwüstete Friedrich II. von Schwaben die Grafschaft der Fieschi, und der Papst antwortete mit dem Kirchenbann über den Kaiser. Erst 1252 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, geweiht wurde die Basilika von einem weiteren Fieschi auf dem Papstthron, Hadrian V., gewählt 1276.

Sehenswertes

Die Giebelfassade ist mit Schiefer verkleidet, dazwischen Bänder aus weißem Marmor, jene zweifarbige Lösung, die in Ligurien wichtige Bauten kennzeichnet, weltliche wie kirchliche. Lisenen und Bogenfriese gliedern die Front; in der Mitte sitzt eine Fensterrose unter einer Reihe von Marmorbögen. Der Sturz des gotischen Portals trägt die Gründungsinschrift, in der Lünette hat sich ein Kreuzigungsfresko des 15. Jahrhunderts erhalten. Oben begleiten vier Fialen den mittleren Spitzhelm.

Innen trennen Steinsäulen mit kräftig gearbeiteten Kapitellen die drei Schiffe: Der Bau gilt als einer der am besten erhaltenen romanischen der Region. In einem Kristallschrein liegen Splitter des Wahren Kreuzes, ein Geschenk Hadrians V. Im Glockenturm hängen sechs Glocken in diatonischer Stimmung, 1905 von der Gießerei Picasso in Recco gegossen. Draußen ist der Vorplatz mit einem Risseu belegt, dem ligurischen Kieselmosaik aus weißen, schwarzen und roten Steinen: Das Muster wiederholt hier die Fassade, die davor aufragt.

Der Besuch

Die Basilika steht an der Piazza Innocenzo IV. im Ortsteil San Salvatore oberhalb von Lavagna, Gemeinde Cogorno: Der Platz wurde zusammen mit der Kirche angelegt, gegenüber zieht sich der Grafenpalast der Fieschi hin, seit 2005 Sitz des Centro culturale Museo dei Fieschi, eröffnet zum 750. Todestag von Innozenz IV. Das Dorf war schon Station der Pilger, die über die Via Francigena nach Rom zogen, und seit 1860 gilt die Anlage als Nationaldenkmal; sie ist weiterhin Pfarrkirche, Gottesdienstzeiten meidet man also besser. 2023 kam die Basilika bei den Luoghi del Cuore des FAI mit 22.890 Stimmen auf den sechsten Platz.

Tipp der Redaktion

Kommen Sie im Sommer, wenn der Vorplatz zur Bühne für das Addio do fantin wird, das Fest in mittelalterlichen Kostümen, das den Abschied vom Junggesellendasein nachspielt: Nur dann funktioniert der Platz so, wie die Fieschi ihn gedacht hatten. An einem gewöhnlichen Tag lesen wir vor dem Eintreten das Risseu und schauen dann zur Fassade hinauf, denn es ist dieselbe Zeichnung.

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