1776 übernahm Gregorio Petondi für Gian Tommaso Balbi einen Auftrag, den kaum ein Architekt gewollt hätte: den alten Kern des Hauses von Stefano Lomellini mit zwei bereits bebauten Nachbargrundstücken zu einem einzigen Palast zu verschmelzen. Das Ergebnis steht in der Via Cairoli 18, in der Altstadt von Genua. Der Palast des Stefano Lomellini stand von 1588 bis 1664 in den Rolli der Republik, jenen amtlichen Listen von Privathäusern, die die genuesische Regierung für Staatsgäste beschlagnahmte. Am 13. Juli 2006 kam er zusammen mit einundvierzig weiteren Palästen auf die Welterbeliste der UNESCO.
Sehenswertes
In denselben Jahren trassierte Petondi die Strada Nuovissima (1778-1786), die heutige Via Cairoli, die an der Salita dei Forni, dem späteren Largo Zecca, ansetzt. Durch den Ankauf der beiden Nachbargrundstücke brachte er den Palast auf seine heutige Größe und gab ihm zwei Fronten, eine zur Via Lomellini und eine zur neuen Straße, mit getrennten Eingängen: Via Cairoli 18 und Via Lomellini 19. Die Fassaden von heute stammen aus dieser Bauzeit.
Im Inneren galt es, zwei Vorhallen auf verschiedenen Achsen und Höhen zu verbinden. Petondi antwortete mit einem System aus Treppen und Durchgängen, das theatralisch zu den Hauptgeschossen ansteigt und jene fortlaufende Treppenarchitektur aufnimmt, die im 16. Jahrhundert in Genua erfunden und von Bartolomeo Bianco in den Palästen der Via Balbi am weitesten getrieben wurde. 1798 bestand im Haus noch die Loggia des Lomellini-„albergo“, des Familienverbands, dem das Geschlecht angehörte.
Der Besuch
Der Palast gehört der Familie Doria Lamba und beherbergt Büros und Wohnungen: Er ist kein Museum, die Innenräume sind nicht frei zugänglich. Von der Straße aus lassen sich beide Fassaden gut lesen, wenige Dutzend Meter voneinander entfernt, und der Hausflur an der Via Cairoli deutet die Treppenanlage an. Geöffnet wird bei den Rolli-Tagen, wenn ein Teil des Rundgangs Besucher empfängt; der Kalender wechselt jedes Jahr.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie das Stück zwischen Via Lomellini und Via Cairoli über den Largo Zecca zu Fuß: Fünf Minuten genügen, um zu verstehen, warum Petondi die Straße genau dort durchschlug, und der doppelte Eingang wirkt danach nicht mehr wie eine Laune. Anschließend in den Flur der Via Cairoli 18 treten und nach oben schauen.
