🏰 Burgen und Schlösser

Forte Geremia

📍 Masone, Ligurien · 47/100

Von der Turchino-Straße aus sieht man es nicht, und das ist Absicht: Das Forte Geremia liegt unter einem begrünten Erdwall, der mit der Bergkuppe verschmilzt. So bauten es die Militäringenieure des Königreichs Italien gegen Ende des 19. Jahrhunderts, auf 806 Metern am östlichen Vorgipfel des Bric Geremia (819 Meter), 7 km Luftlinie vom Meer entfernt, dort wo die Täler des Cerusa und des Leiro und die Valle Stura zusammenlaufen.

Sehenswertes

Das Fort ist eine zweigeschossige Steinkaserne, baulich noch in ordentlichem Zustand, obwohl es nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben wurde. An einem Ende springt eine Kaponniere vor, der Posten, der den Eingang, den Vorplatz und vor allem die Zufahrtsstraße überwachte. Das Pulvermagazin liegt nicht im Gebäude, sondern im Berg: Es wurde in den Monte Geremia getrieben und durch einen ringförmigen Hohlraum isoliert, ein Stollengang verbindet es bis heute mit der Kaserne. Untersuchungen zufolge fanden hier mehr als hundert Mann Platz, dazu zwei Geschütze vom Typ 9 BR/Ret und sechs vom Typ 12 BR/Ret, gerichtet auf das Turchino-Tal und die Höhen über Stura und Vezzulla.

Das Fort arbeitete nicht allein. Unweit davon stand die Batterie Aresci, heute halb zerstört: Beide Werke umgab ein tiefer Graben, verbunden waren sie durch eine Militärstraße und einen Telegrafen, was schnelle Wege und Nachrichten erlaubte. Am 28. Januar 1914 explodierte das Pulvermagazin der Batterie, tötete mehrere Soldaten und beschädigte Teile der Anlage; bis zum Ersten Weltkrieg besetzt, wurde die Aresci danach mangels militärischer Verwendung aufgegeben. Erkennbar sind heute noch die Wachstube und der Vorplatz, daneben die Standorte der Feuerstellungen und der Unterkunft.

Der Besuch

Man kommt über die Provinzstraße des Faiallo, die dicht daran vorbeiführt; von der Provinzstraße 456 über den Turchino-Pass bleibt das Fort dagegen unsichtbar. Verwaltungsmäßig liegt es in der Gemeinde Masone, unmittelbar an der Grenze zu Genua und Mele, denen die Süd- und die Ostflanke des Bric gehören. Seit dem Abschluss der Restaurierung 2012 dient das Gebäude als Besucherzentrum und ausgestatteter Rastpunkt des Regionalen Naturparks Beigua; seit September 2016 führt es ein Verein als Schutzhütte mit Schlafsälen, Mittag- und Abendessen und einem Veranstaltungskalender. Wer übernachten oder essen will, reserviert besser vorher.

Tipp der Redaktion

Wir raten, nicht auf dem Vorplatz stehen zu bleiben, sondern auf den Erdwall zu steigen: Von dort und aus den Fenstern des Forts öffnet sich der Küstenstreifen zwischen Voltri und Crevari samt der Ostflanke des Beigua-Massivs — nur so versteht man, was hier bewacht wurde. Und wer das Fort als Ganzes von außen sehen will, schaut vom Bric del Dente oder vom Monte Giallo herüber: Die Hauptfassade zeigt nach Westnordwest und hebt sich von dort klar ab.

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