🖼️ Museen

Museo della Carta

📍 Mele, Ligurien · 46/100

Das Gebäude ist eine Papiermühle von 1756, und in Acquasanta ist das keine Nebensache: In Mele war Papier über Jahrhunderte das Gewerbe schlechthin, und die Papierindustrie trägt bis heute einen großen Teil der örtlichen Wirtschaft, neben Holz und Lebensmitteln. 1992 restauriert und 1997 für das Publikum geöffnet, wurde die alte Fabrik zum Centro di Testimonianza ed Esposizione dell'Arte Cartaria, für alle hier schlicht das Papiermuseum, unter der Leitung von Francesco Pirella, Verleger und Erfinder des Antilibro.

Sehenswertes

Drinnen sind die historischen Zeugnisse der örtlichen Papierherstellung versammelt: keine Sammlung von Kuriositäten, sondern der Bericht einer Arbeit, die dieses Tal über Generationen beschäftigt hat. Erst das Gebäude ansehen, dann den Inhalt, denn die Papiermühlen entstanden hier aus einem einzigen Grund: Wasser gibt es immer. Gorsexio, Ceresolo und Acquasanta fließen nach Süden und bilden weiter unten den Leira, der bei Voltri das Meer erreicht.

Am besten ist der praktische Teil. Das Zentrum bietet Werkstattangebote, bei denen Papier nicht nur betrachtet wird: Man versucht, es selbst zu schöpfen, und begreift dabei am schnellsten, was es heißt, aus einem Faserbrei ein Blatt zu ziehen. Das funktioniert bei Kindern, und es funktioniert bei Erwachsenen, die alles zu wissen glaubten.

Der Besuch

Das Museum liegt bei der Ortschaft Acquasanta, im Talgrund nordwestlich von Genua. Gleich daneben, vom Ortskern nur durch den gleichnamigen Bach getrennt, steht die Wallfahrtskirche Nostra Signora dell'Acquasanta, zwischen 1683 und 1718 errichtet und seit jeher Ziel der Bruderschaften von Mele, Arenzano, Crevari, Voltri und Pra'. Von Genua Voltri führt die Staatsstraße 456 del Turchino herauf; AMT-Busse verbinden die Stadt täglich mit Mele und seinen Ortsteilen. Vor der Abfahrt lohnt ein Blick auf die Öffnungszeiten: Das hier ist ein kleines Haus, kein Stadtmuseum.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, bei der Anmeldung nach dem Werkstattangebot zu fragen: ein selbst geschöpftes Blatt ist das einzige Andenken aus Mele, das sich wirklich lohnt. Und rechnen Sie mit einem halben Tag statt einer Stunde, denn die Wallfahrtskirche liegt gleich nebenan, und der Sprung von der Papiermühle zur Pilgerkirche erklärt Acquasanta besser als jede Tafel.

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