Über dem Portal von San Vincenzo in Ameglia zeigt ein Marmorrelief die Jungfrau mit dem segnenden Kind zwischen zwei Heiligen; im Inneren reiht ein Marmortriptychon von 1527, signiert von Domenico Gar, in einer Nische die Heiligen Vinzenz, Rochus und Sebastian unter einer Lünette mit der Verkündigung auf. Diese beiden Stücke erzählen die Geschichte des Baus am besten: eine frühmittelalterliche Pieve, eine der wichtigsten des alten Bistums Luni, im 15. Jahrhundert von Grund auf neu errichtet und 1932 noch einmal.
Sehenswertes
Die Fassade ist gestaffelt, mit einer Fensterrose in der Mitte: ein Aufriss, der den drei Schiffen im Inneren folgt und sie nach außen anzeigt. Der Chorraum ist weit, größer als der Ort es heute erwarten lässt, und erinnert daran, dass San Vincenzo eine Pieve war: Getauft wurde hier für ein viel größeres Gebiet.
Neben dem Triptychon von Gar bewahrt die Kirche ein Gemälde von 1677 der Malerin Francesca Martelli Prandini mit der Madonna und dem Kind sowie den Heiligen Laurentius, dem jungen Johannes und Apollonia: eine weibliche Signatur aus dem 17. Jahrhundert, in Landkirchen keine Selbstverständlichkeit. Man sollte in Ruhe danach suchen, denn ausgeschildert ist es kaum.
Der Besuch
San Vincenzo ist eine genutzte Pfarrkirche, Sitz der gleichnamigen Pfarrei im Vikariat Media Val di Magra, Bistum La Spezia-Sarzana-Brugnato: Die Zeiten richten sich nach den Gottesdiensten, außerhalb davon kann die Tür verschlossen sein. Man kommt zu Fuß aus dem Ortskern von Ameglia, den man in wenigen Minuten durchquert; das Auto stellt man besser auf den Parkplätzen unterhalb ab, denn die Gassen sind sehr schmal.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie kurz vor oder nach der Sonntagsmesse, solange noch jemand aus dem Ort da ist: So bekommt man am ehesten das Licht über dem Triptychon eingeschaltet und hört ohne Schilder, wie die Kirche vor dem Umbau von 1932 aussah. Und bleiben Sie vor dem Eintreten eine Minute im Morgenlicht auf dem Vorplatz stehen: Dann hört das Relief über dem Portal auf, ein weißer Fleck zu sein, und die Gesichter werden lesbar.
