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🏰 Burgen und Schlösser

castello di Lerici

📍 Lerici, Ligurien · 48/100

Am Eingangsportal sitzt eine Tafel, die das genuesische Offizio di San Giorgio 1555 nach Abschluss der Arbeiten anbringen ließ: die letzte Unterschrift auf einem Bau, der viele davon trägt. Die Burg von Lerici entstand ab 1152, als Genua den Felsvorsprung den Herren von Arcola abkaufte und damit beide Ufer der Bucht kontrollierte, nachdem es Portovenere auf der Gegenseite bereits besaß. Pisa nahm sie nach der Seeschlacht von Giglio 1241 und hielt sie fünfzehn Jahre lang; die Urkunde über die endgültige Übergabe an Genua trägt das Datum 29. Oktober 1256. Danach kamen die Aragonesen 1426, der Aufstand, mit dem sich die Einwohner 1473 befreiten, die Medici aus Florenz, und noch 1814 ein Gefecht mit einer französischen Abteilung, die ein britisches Expeditionskorps zurückwarf.

Sehenswertes

Der fünfeckige Turm ist 29 Meter hoch und richtet seine spitze Kante gegen den Ort: statt einer Verteidigungsfront ergeben sich zwei, und unter den Mauern bleibt kein toter Winkel. Die zweifarbigen Bänder aus weißem und grauem Marmor und die vier Reihen vorspringender Bögen sind die Handschrift genuesischer Baumeister. Tatsächlich stecken drei Türme ineinander: der älteste Kern, die Ummantelung der Pisaner und die äußere Schale, mit der Genua alles umschloss.

Die Kapelle Santa Anastasia überrascht am meisten: gotisch, mit gut erhaltenen Kreuzgewölben und der für das ligurische 13. Jahrhundert typischen Dekoration aus schwarzem Stein und weißem Marmor. Der rechteckige Raum wird von einem breiten Bogen geteilt, der Boden steigt stufenweise zum Altar an, helle und dunkle Bänder laufen an den Wänden entlang, im Schlussstein des Gewölbes erscheint der heilige Georg. Eine Inschrift hält fest, dass Genua sich Lerici kämpfend zurückholte, und sagt es in der ersten Person, als spräche die Festung selbst.

Der Besuch

Man steigt vom Ortskern zu Fuß hinauf, durch Gassen und Treppen: Die Burg steht auf dem poggio, der natürlichen Fläche auf dem kleinen, steil ins Meer abfallenden Felsvorsprung, und der Anstieg ist kurz, aber steil und mittags ohne Schatten. Seit 1998 beherbergen die Räume ein geopaläontologisches Museum, das zum Netzwerk Pangea gehört. Die Öffnungszeiten wechseln mit der Jahreszeit und mit den Veranstaltungen in den Höfen; außerhalb des Sommers lohnt ein Blick darauf, bevor man losgeht.

Tipp der Redaktion

Wir gehen am späten Nachmittag hinauf und bleiben zuerst auf den Wehrgängen, bevor wir ins Museum treten. Von dort liegt die ganze Bucht offen, bis Portovenere am gegenüberliegenden Ufer: die beiden Landspitzen, die Genua im Abstand von gut zehn Jahren kaufte. Mit einem Blick versteht man, warum zwei Seerepubliken um einen Felsen stritten. Für Kinder taugt das Museum, das Beste bleibt trotzdem der Wehrgang.

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