Bis zum 31. März 2008 ging in Ameglia jeder, der einen neuen Personalausweis brauchte, hinauf zur Piazza Sforza und betrat eine Burg der Bischöfe von Luni. Dann zogen die Gemeindeämter in einen Neubau im unteren, modernen Teil des Ortes, und das castrum de Ameliae war wieder das, was es immer gewesen war: die Wehranlage, um die herum sich der Ort verdichtet hat. Die erste gesicherte Nachricht stammt von 963, als eine Kaiserurkunde Ottos I. Ameglia unter den Besitzungen des Bischofs von Luni aufzählt; das Baujahr dagegen ließ sich nie bestimmen.
Sehenswertes
Die Form des Baus erschließt sich in wenigen Schritten. Der Turm hat einen kreisrunden Grundriss, der Hauptbau ist rechteckig und zweigeschossig, und das Ganze umschließt eine trapezförmige Ringmauer, die dem Verlauf des Hügels folgt. Das ist kein Herrensitz im Festungsgewand, sondern ein Stützpunkt: Der Abstand zwischen der Wucht des Turms und den bescheidenen Räumen dahinter sagt mehr als jede Tafel.
Den Rest erzählen die Herren, die einander ablösten. 1174 fanden hier die Bewohner von Pietracoperta Zuflucht, nachdem die Republik Genua ihr Dorf zerstört hatte, um die Malaspina zu treffen. Danach residierten hier die Bischofsgrafen von Luni, bis die Burg im 13. Jahrhundert zuerst von den Leuten aus Sarzana und dann von Genua besetzt wurde; sie fiel an Castruccio Castracani, den Herrn von Lucca, an die Visconti und Mitte des 15. Jahrhunderts an die Banco di San Giorgio der Republik Genua.
Der Besuch
Die Burg steht mitten im Altstadtkern an der Piazza Sforza, und man kommt nur zu Fuß hin: Autos bleiben außerhalb des alten Kerns, das letzte Stück führt durch enge Gassen bergauf. Seit 2008 sitzen hier keine Ämter mehr, feste Öffnungszeiten sollte man deshalb nicht voraussetzen: Fragen Sie vorher bei der Gemeinde nach, ob das Innere zugänglich ist oder gerade eine Ausstellung läuft. Von außen sind Rundturm und Ringmauer ohnehin vom Platz aus ganz zu überblicken.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, Ameglia mit Luni zu verbinden. Die Bischofsgrafen, die diese Burg jahrhundertelang hielten, kamen von dort, und wer das Amphitheater und das Forum der römischen Stadt gesehen hat, aus der ihre Macht stammte, sieht die Mauern an der Piazza Sforza anders: nicht mehr als Dorfruine, sondern als Vorposten eines Bistums, das die Mündung der Magra im Auge behielt. Machen Sie beides am selben Tag, in dieser Reihenfolge.
