Von der Decke eines Saals hängt ein Sinterröhrchen aus Kalzit von 2,5 Metern Länge: das längste in Italien bekannte, Tropfen für Tropfen gewachsen. Die Grotten von Borgio Verezzi, auch Valdemino genannt, sind ein Karstsystem, das 1933 entdeckt und 1970 für Besuche hergerichtet wurde. Die im Gestein gelösten Mineralien haben ihnen den Ruf der farbigsten Schauhöhlen Italiens eingebracht: Weiß, Gelb, Rot und alle Abstufungen dazwischen.
Sehenswertes
Der Besucherweg ist 800 Meter lang und führt an einer Reihe kleiner Seen entlang, gespeist vom Rio Battorezza, dem unterirdischen Bach, der einen großen Teil des Systems ausgewaschen hat. Die Farben wechseln von Saal zu Saal je nach den Mineralien im Gestein: Sie sind das Merkmal, das diese Hohlräume von allen anderen unterscheidet.
Neben dem längsten Röhrchen trägt die Decke viele weitere: hohle Röhren, dünn wie ein Trinkhalm, die an der Spitze wachsen und nicht in die Dicke. In einigen Seitenhohlräumen wurden prähistorische Knochenreste gefunden, datiert auf 500.000 bis 750.000 Jahre und in die Spalten des Kalksteins geraten, lange bevor jemand hier herunterstieg.
Der Besuch
Der Eingang liegt am Rand von Borgio, dem Ortsteil am Meer, in der Provinz Savona; man geht in Gruppen mit einer Führung hinein, der Rundgang verläuft fast durchgehend eben. Unter Tage ist es kühl und die Luftfeuchtigkeit bleibt zu jeder Jahreszeit hoch: Ein Pullover hilft auch im August, festes geschlossenes Schuhwerk mit profilierter Sohle auf den nassen Abschnitten.
Tipp der Redaktion
Bitten Sie die Führung, das Licht für ein paar Sekunden auszuschalten: Im Dunkeln bleibt nur das Tropfen, und das ist der direkteste Weg zu verstehen, was das alles ausgehöhlt hat. Wenn die Lampen wieder angehen, suchen Sie die Röhrchen im Gegenlicht und sehen Sie, wie dünn sie neben den Stalaktiten daneben sind.
