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⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario di Nostra Signora del Soccorso

📍 Pietra Ligure, Ligurien · 43/100

Im Jahr 1608 lösten Maurer die gesamte Wand mit dem Fresko der Madonna mit Kind aus der alten Kapelle und trugen sie unversehrt an die Front des neuen Marmoraltars: Das Bild, das in Pietra Ligure heute verehrt wird, ist jenes Stück Mauerwerk aus dem 14. Jahrhundert. Die Kapelle stand in den Sümpfen des Maremola; nach den Visionen und Wundern, von denen 1548 berichtet wurde, beschloss die Gemeinde, ihr gegenüber eine größere Kirche zu errichten, und um 1550 kamen Fischer und Seeleute hierher zum Gebet, woraus der Titel Unserer Lieben Frau vom Beistand entstand. Noch früher stand hier laut den Quellen ein römischer Tempel der Diana; die christliche Weihe erfolgte 390 durch den Genueser Bischof Diogenes.

Sehenswertes

Die Kirche hat ein einziges Schiff in dorischer Ordnung, die Apsis schließt ein Marmoraltar ab, wie ihn die Franziskaner verwenden: Die Kapuziner nahmen dagegen Holz. Der heutige Altar war 1668 fertig und ersetzte einen früheren von 1614. Am Eingang erinnert eine Marmortafel an die Doria: 1607 ließen Fürst Gianandrea Doria und seine Frau Giovanna Colonna für 200 Ducatoni ein Grundstück kaufen und den Mönchen schenken und beauftragten die Brüder Accame mit dem Bau des Klosters; der Grundstein war am 4. Oktober 1606 gelegt worden. Nach dem Tod des Fürsten wollten die Erben nicht zahlen, und die Arbeiten zogen sich über Jahre hin.

Gleich hinter dem Eingang liegt rechts, etwas erhöht, die 1908 aus dem Kirchenraum herausgeschnittene Kapelle mit dem Nachbau der Grotte von Lourdes; eine Marmortafel dankt Angelo Gaggero und Giuseppina Porro, die die Arbeiten nach einer erhaltenen Gnade bezahlten. Der barocke Glockenturm entstand 1797 und trägt ein Geläut aus sieben Glocken, das für seine Verstimmung bekannt ist.

Der Besuch

Das Heiligtum steht in der Via Soccorso, außerhalb des alten Ortskerns von Pietra Ligure, und ist Pfarrkirche der Franziskaner: Die Zeiten richten sich nach den Gottesdiensten. Rechts vom Eingang erhebt sich das Kloster von 1889, ein dreigeschossiger Bau; sein linker Flügel wurde 1963 abgegeben und beherbergt ein Seniorenheim. Vom 8. Dezember 1969 an hieß das Heiligtum einige Jahre lang Purificazione di Maria, und am 8. Oktober 1995 erhielt es seinen heutigen Namen zurück, der Marias Rolle als Helferin der Seeleute näher kommt. Der Platz davor trägt den Namen von Pater Cristoforo Boccardo, dem ersten Pfarrer.

Tipp der Redaktion

Wir suchen immer die beiden Tafeln und vergleichen sie: jene der Fürsten Doria am Eingang und jene von Angelo Gaggero und Giuseppina Porro in der Lourdes-Kapelle. Drei Jahrhunderte liegen dazwischen, das Prinzip ist dasselbe. Und mit Blick aufs Meer lohnt die Erinnerung, dass in Pietra Ligure bis 1808 rund 500 Schiffe vom Stapel liefen, mindestens sechzig davon nach der Madonna benannt.

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