🏰 Burgen und Schlösser

castello della Pietra

📍 Pietra Ligure, Ligurien · 50/100

Die Verliese dieser Burg haben einen eigenen Namen: Grimaldina, nach den beiden Brüdern Grimaldi aus Monaco, die man dort Ende des 14. Jahrhunderts einsperrte. Der Ort hieß früher schlicht La Pietra, nach dem Kalkfelsen, der sich östlich des historischen Kerns erhebt und auf dem die Römer ein Kastell anlegten. Zwischen dem 6. und dem 9. Jahrhundert, zur Zeit der Einfälle von Barbaren und Sarazenen, wurde es vergrößert; diese natürliche Sperre markierte wohl die Grenze zwischen Byzantinern und Langobarden. Das byzantinische Kastell zerstörte vermutlich König Rothari, an derselben Stelle entstand im 12. Jahrhundert die mittelalterliche Burg.

Sehenswertes

Das Mauerwerk sitzt unmittelbar auf dem Fels, ohne etwas dazwischen: Das erklärt eher als die Größe, warum der Platz im örtlichen Verteidigungssystem zählte. Erhalten sind die gewölbten Durchgänge, die niedrigen Räume der Verliese und, von der Erweiterung von 1550, der Flügel nach Südwesten, ein Bogen an der Ostseite und zwei Wachtürmchen. Der obere Platz wurde gegen die Überfälle der Sarazenen mit zwei schweren Kanonen bestückt; Ende des 18. Jahrhunderts, als die Franzosen näher rückten, gingen die Geschütze zurück nach Genua.

Die Burg gehörte lange den Bischöfen von Albenga, die von hier aus den Del Carretto von Finale standhielten und sie Ende des 14. Jahrhunderts den Arnaldo überließen; danach folgten weitere Patrizierfamilien. Der Ort zu ihren Füßen, im Westen, hatte eine Mauer mit Türmen und fünf Tore: das Hafentor, im Süden durch eine Bastion gedeckt, das Tor Santa Caterina im Norden neben dem Feldoratorium, das Portino-Tor unter dem Turm der Via Rocca Crovara, das Königstor im Westen und das Schlachthaustor im Osten. 1385 trat Papst Urban VI. den Ort an Genua ab, das ihn zum vorgeschobenen Punkt der Republik zwischen dem Gebiet von Finale und Loano, einem Lehen der Doria, machte.

Der Besuch

Man geht vom historischen Kern zu Fuß hinauf: wenige Minuten über Rampen und Treppen, die aber steil sind, festes Schuhwerk hilft. Der mittelalterliche Teil wurde in den sechziger Jahren instand gesetzt und im Mai 1967 zu einem Treffpunkt umgebaut; man besichtigt also zugleich eine Burg und einen abends geöffneten Ort. Erkundigen Sie sich vorher, wie der Betrieb gerade geregelt ist.

Tipp der Redaktion

Nehmen Sie den Umweg von unten: Folgen Sie der Gasse unter dem Felsen und sehen Sie sich die Burg von dort an, wo der Kalkstein ohne klare Fuge ins Mauerwerk übergeht. Steigen Sie dann hinauf und treten Sie an den Kanonenplatz: Die Küste öffnet sich von Loano bis zum Gebiet von Finale, und genau dieses Blickfeld ist der Grund, warum die Burg über die Jahrhunderte gebaut und wieder aufgebaut wurde.

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