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⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di San Biagio

📍 Finale Ligure, Ligurien · 55/100

Das Tuch, das vom Tisch des Hochaltars fällt, wirkt wie besticktes Gewebe, samt Falten und Fransen: Es ist Marmor, 1799 von Pasquale Bocciardo gemeißelt. Die Kollegiatbasilika San Biagio steht am gleichnamigen Platz, innerhalb der Mauern von Finalborgo, dem alten Kern von Finale Ligure. Der heilige Blasius ist Schutzpatron der Wollkämmer, und Wolle war hier ein ernstes Geschäft: Die genuesische Zollordnung von 1128 führt die Einwohner von Finale als Ausführer von Wolle und Hanf. Die Kirche selbst taucht in einer Urkunde erst 1261 auf, mit einem angeschlossenen Siechenhaus, von dem nichts geblieben ist. Im April 1949 erhob Pius XII. sie zur Basilica minor.

Sehenswertes

Der heutige Bau entstand zwischen 1633 und 1650 nach Plänen des einheimischen Architekten Andrea Storace: lateinisches Kreuz, drei Schiffe, zentrale Kuppel. Er ersetzte eine gotische Kirche, die zwischen 1372 und 1375 innerhalb der Mauern errichtet und später fast vollständig abgebrochen wurde, weil sie zu klein geworden war; ihre Achse lag um neunzig Grad gedreht zur neuen. Apsis und Apsidenkapellen des 14. Jahrhunderts haben im schmalen Zwischenraum zwischen dem Bau des 17. Jahrhunderts und der Stadtmauer überdauert. Der achteckige Glockenturm mit den schlanken Biforien steht auf einem Wehrturm, der älter ist als 1452. Die Fassade blieb roh und unvollendet.

Vieles an Ausstattung stammt nicht von hier, sondern aus dem Kloster Santa Caterina, das zuerst Napoleon und dann, 1864, der italienische Staat einzog. Am ersten Altar rechts hängt ein Triptychon mit der mystischen Vermählung der heiligen Katharina von Alexandrien: Als es nach San Biagio kam, wurde aus dem heiligen Gotthard ein heiliger Blasius, indem man ihm einen Wollkamm in die Hand gab. Am zweiten Altar steht das große Retabel von Pascale Oddone, datiert 1533. Dazu kommen die Marmorkanzel von Pasquale Bocciardo mit der Vision des Ezechiel und den Tetramorphen sowie die Fresken in Kuppel und Chorgewölbe, die Francesco Semino und Domenico Buscaglia 1878 malten.

Der Besuch

Finalborgo geht man zu Fuß: Die Autos bleiben vor den Toren, der Platz liegt wenige Minuten von der Porta Testa entfernt. Die Basilika ist die Pfarrkirche des Ortskerns, Diözese Savona-Noli, und zu den Gottesdienstzeiten zugänglich; am frühen Nachmittag kann sie geschlossen sein. Drinnen ist es dunkel: Geben Sie den Augen eine Minute, bevor Sie in den Seitenkapellen nach Einzelheiten suchen.

Tipp der Redaktion

Wir gehen immer hinten hinaus, in den schmalen Gang zwischen Kirche und Stadtmauer: Dort lässt sich das Mauerwerk der gotischen Apsis anfassen, das einzige erhaltene Stück der Kirche des 14. Jahrhunderts. Dann noch einmal vor den Hochaltar treten und das Marmortuch schräg gegen das Licht aus der Kuppel betrachten.

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