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⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di San Nicolò

📍 Pietra Ligure, Ligurien · 51/100

Auf einer Glocke der alten Pfarrkirche von Pietra Ligure ist der Abdruck einer Hand zu sehen. Man nennt ihn „die Hand des heiligen Nikolaus“, und er verweist auf den 8. Juli 1525: Die Bevölkerung, vor der Pest an einen bis heute Baracchini genannten Ort geflohen, hörte die Glocken läuten, stieg ins Tal hinab und sah auf dem Turm einen alten Bischof, der bei ihrer Ankunft verschwand. Von diesem Tag an, so die Überlieferung, hörte die Seuche auf. Die Einwohner gelobten, dem Heiligen aus Bari eine große Kirche zu errichten; bis der Bauplatz feststand, vergingen allerdings zwei Jahrhunderte.

Sehenswertes

Den Platz wählte der Oberst und Kartograf Matteo Vinzoni, von der Republik Genua entsandt: den breiten Strand vor dem Ort. Unter den eingereichten Entwürfen setzte sich der des Genuesen Giovanni Battista Montaldo durch — ein einziges weites Schiff unter einem Klostergewölbe, sechs Seitenkapellen, die adlige Familien des Ortes auf eigene Kosten vollendeten, und zwei halbkugelige Kapellen neben dem Hochaltar, errichtet von den Bruderschaften des Heiligsten Herzens und des heiligen Antonius Abbas. Die Arbeiten begannen 1752 und dauerten 41 Jahre: Die Segnung erfolgte am 25. November 1791, die Kirche war noch unvollendet und hatte nur einen Glockenturm. Innen misst der Bau 56 Meter in der Länge, das Schiff ist 25 Meter hoch, und das Gewölbe mit 23,50 mal 27,50 Metern zählt zu den größten Europas.

Das Chorgestühl aus dunklem Nussbaum und die Kanzel stammen aus der alten Kathedrale von Marseille: In der Französischen Revolution vor dem Feuer gerettet, kaufte sie der Kapitän eines Frachtseglers aus Pietra, und 1794 waren sie hier bereits eingebaut. In der Apsis hängt die Tafelikone des heiligen Nikolaus, 1496 von Giovanni Barbagelata gemalt und 2010 restauriert. Fresken und Innenausstattung entstanden 1866; die Figuren der Fassade und die hölzernen Prozessionsgruppen, darunter der San Nicolò von 1877, schuf Antonio Brilla aus Savona. Papst Johannes Paul II. erhob die Kirche 1992 zur Basilica minor.

Der Besuch

Die Basilika steht an der Piazza San Nicolò, direkt hinter der Strandpromenade, und ist schon von weitem an den beiden Glockentürmen zu erkennen: Der landseitige kam zuerst, der zum Meer hin wurde 1863 zusammen mit dem Giebel der Fassade fertig. Insgesamt hängen vierzehn Glocken in vier Kammern, jede mit eigener Aufgabe, vom Ruf zur Messe bis zum Totengeläut. Über dem Hauptportal steht die Orgel der Firma Cavalli aus Lodi von 1907 mit 1.960 Pfeifen.

Tipp der Redaktion

Wer sich das Datum aussuchen kann, kommt am 8. Juli: Die Gelübdeprozession zieht jedes Jahr durch die Straßen, und das fünfhundertste Jubiläum des Wunders fiel auf 2025. An allen anderen Tagen empfehlen wir, sich ins Marseiller Chorgestühl zu setzen und das Holz aus der Nähe anzusehen: Dieser Nussbaum überquerte auf einem Frachtsegler das Mittelmeer, um nicht verbrannt zu werden.

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