⛪ Kirchen und Heiligtümer

abbazia di San Pietro in Varatella

📍 Toirano, Ligurien · 52/100

Am 29. Juni 1076 überließ der Bischof von Albenga, Diodato, den Mönchen von San Pietro in Varatella eine Mühle in Toirano: Es ist die erste Urkunde, die sie nennt, ausgestellt mit der Zustimmung von zweiundzwanzig Domherren und zwölf milites Sancti Ioannis unter Conradus, dem Anwalt des Bistums. Die Abtei stand da oben aber schon länger, von Benediktinern vor dem Jahr 1000 gegründet; die Überlieferung des Tals setzt sie sogar in die Karolingerzeit, ohne dass ein Schriftstück das bestätigt.

Sehenswertes

Was man auf dem Gipfel des Monte Varatella erreicht, ist keine monumentale Kirche, sondern ein stark veränderter Steinbau mit einer Sonnenuhr, die in den achtziger Jahren nach dem Vorbild einer verlorenen älteren gemalt wurde. Im Inneren gibt es mehrere Räume, einige davon dienen bis heute der Aufnahme von Pilgern, während die Kirche einschiffig ist und ihr Gewölbe auf romanischen Segmentbögen ruht, dem einzigen Bauteil, das das wahre Alter des Hauses verrät.

Im Presbyterium hat sich ein Fresko des 15. Jahrhunderts erhalten, das den heiligen Petrus im Pontifikalgewand zeigt; davor steht ein Altar aus Finale-Stein, dem hellen Kalksandstein aus dem nahen Westen, der 1937 geweiht wurde. Den Rest erzählen die Geschicke der Abtei: Dekrete der Bischöfe von Albenga vergrößerten ihr religiöses und territoriales Gewicht, die Benediktiner wohnten bis 1313 ständig hier, dann rückten Kartäuser aus der Kartause von Casotto nach, und als der Orden des heiligen Bruno 1495 ins Tal bei Toirano hinunterzog, begann für den Berg ein langsamer, aber steter Verfall.

Der Besuch

Man kommt zu Fuß herauf, vom Talboden aus, wie es die Prozession von Toirano seit Jahrhunderten tut: Die Abtei liegt auf dem Gipfel, weithin sichtbar, und der Blick über das Val Varatella und aufs Meer entschädigt für die Höhenmeter. Das hier ist kein Museum mit Öffnungszeiten, sondern ein weiter genutzter Kultort, der vor allem zu den Feiern offensteht. Die wichtigste ist der erste Sonntag im Mai, dazu kommt eine Prozession, die alle fünf Jahre wiederkehrt; früher stieg die Wallfahrt des Tals am 1. August hinauf, zum Fest Petri Kettenfeier.

Tipp der Redaktion

Wir steigen früh auf, mit dem ersten Licht und voller Trinkflasche: Auf dem Grat gibt es kaum Schatten, und im Sommer wirft der Kalk die Hitze zurück. Wer einen ganzen Tag hat, schließt den Kreis unten, zwischen den Höhlen des Val Varatella und dem Ort Toirano, jenem Talboden, in den die Kartäuser zogen, als sie den Berg verließen: Von oben sieht man auf einen Blick, warum.

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