⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario di Santa Lucia

📍 Toirano, Ligurien · 45/100

Jedes Jahr am 13. Dezember zieht ein Fackelzug den Hang des Monte San Pietro dei Monti hinauf und hält vor einer Höhle: im Fels steht eine Kirche. Das Felsenheiligtum der heiligen Lucia nimmt den vorderen Teil der Höhle Santa Lucia Superiore an der Südflanke des Berges ein, auf dem Gebiet der Gemeinde Toirano. Eine kleine, teils in den Stein geschlagene Kultstätte bestand hier schon im späten Mittelalter; der heutige Bau entstand zwischen dem 15. und dem 16. Jahrhundert in der Höhle, und 1519 verlieh ihm eine Bulle von Papst Leo X. den Rang eines Heiligtums und verband ihn im selben Dekret mit dem Hospital in der Altstadt von Toirano.

Sehenswertes

Auf dem Vorplatz wachsen zwei jahrhundertealte Zypressen, daneben steht das sogenannte Eremitenhaus mit einem barocken Glockenturm. Beide Bauten umschließen zum Teil den natürlichen Hohlraum: das Heiligtum selbst ist in den Fels geschlagen und mit Pflastersteinen ausgelegt, der Altar liegt erhöht. Hinter einem schmiedeeisernen Gitter steht die Statue der heiligen Lucia von Syrakus, ein Werk von Taddeo Carlone; die Verehrung der sizilianischen Heiligen war unter den Gläubigen des Varatella-Tals schon im 15. Jahrhundert verbreitet.

Dazu kommt ein Gemälde vom Anfang des 19. Jahrhunderts mit den heilkundigen Heiligen Agatha und Apollonia, signiert von Agostino Oxilia aus Savona. Ein zweiter Spalt der Höhle Santa Lucia Superiore reicht rund hundert Meter in den Berg hinein: an den Wänden stehen Ritzungen und Unterschriften von Pilgern, die bis hierher gekommen sind, eine Art Gästebuch im Stein.

Der Besuch

Der Weg führt von Toirano aus ins Varatella-Tal hinauf; das Heiligtum öffnet sich auf halber Höhe, das letzte Stück geht man zu Fuß, mit festem Schuhwerk auf unebenem Untergrund. Der Ort bleibt eine Höhle: wenig Licht, kühle Luft auch im August, und Pflaster, das nach Regen rutschig wird. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht das ganze Jahr über, deshalb fragt man besser im Dorf nach, bevor man aufbricht. Vom Vorplatz vor dem Eingang, im Schatten der beiden Zypressen, fällt der Blick das Tal von Toirano hinunter bis zum Meer.

Tipp der Redaktion

Wer sich das Datum aussuchen kann, kommt am 13. Dezember: Der Fackelzug der Gruppo Speleologico Cycnus gibt der Höhle ihre alte Aufgabe zurück, eine vom Feuer beleuchtete Kultstätte. In den übrigen Monaten empfehlen wir, vor dem Eintreten ein paar Minuten auf dem Vorplatz zu bleiben und die Augen sich gewöhnen zu lassen: der Übergang vom offenen Licht ins Dunkel des Felsens macht den halben Besuch aus.

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