Sorisole

Provinz: Bergamo · Region: Lombardei · Einwohner: 9.097 · PLZ: 24010

Woher der Name Sorisole kommt, ist unklar: gedacht wurde an Siliceolae, einen Ort an einer gepflasterten Straße, an den Personennamen Surridius oder an ein super insulam für das Land nördlich der Isola Bergamasca; es bleiben Vermutungen ohne sichere Belege. Das Wappen zieht eine andere Lesart vor, die der aufgehenden Sonne: drei Berge über einer Flur, auf dem mittleren eine Turmburg und dahinter die strahlende Sonne, denn vom Dorf aus geht die Sonne genau hinter der Bergkette auf, die das Gemeindegebiet abschließt. Die älteste Urkunde, die den Ort nennt, stammt von 747, als der Langobardenkönig Ratchis dem Priester Limenone Grundstücke des fundus von Sorisole schenkte.

Als Guelfen und damit auf der Seite Venedigs galt die Gemeinde als abgesondertes Land, frei von Zöllen, und ihre Männer bildeten mit denen von Azzonica die compagnia dei Bastazi, die das Löschen der Schiffe im Hafen von Venedig besorgte, bis die Republik unterging. 1479 verlieh Papst Sixtus IV. den Sorisolesen das juspatronatus, das Recht, sich den Pfarrer selbst zu wählen; die Familienoberhäupter verzichteten darauf erst 1949 durch Abstimmung. Am 26. September 1944 erschossen in Petosino Milizionäre der Italienischen Sozialrepublik acht Partisanen, fünf auf den Wiesen um das Dorf und drei vor dem Kindergarten; ein neuntes Opfer wurde am Tag darauf hingerichtet.

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