Malonno

Provinz: Brescia · Region: Lombardei · Einwohner: 3.320 · PLZ: 25040

1565 verlegte der Brescianer Bischof Bollani die Pfarrkirche und das Taufbecken von Lava nach Malonno, das inzwischen der bevölkerungsreichste Ort geworden war; Karl Borromäus bestätigte die Entscheidung 1580 während seiner apostolischen Visitation. Die Leute von Lava nahmen das nicht hin: sie weigerten sich, ihre Kinder in Malonno taufen zu lassen, und hielten durch, bis sie 1717 einen Kaplan erhielten, der in ihrer eigenen Kirche zelebrierte. Hundertzweiundfünfzig Jahre Starrsinn, um nicht mit einem Neugeborenen auf dem Arm durch das Tal zu müssen.

Unter dem Ort verläuft ein fast waagrechtes Eisenflöz, von West nach Ost, und jahrhundertelang wurde hier geschmolzen: vom großen Schmelzofen stehen noch die Mauern, und ringsum lebte man vom Holzschlag und von der Köhlerei. Im Catastico von 1610 vermerkt der venezianische Rektor Giovanni da Lezze Kastanien, Getreide und Heu, beklagt den fehlenden Wein und verweilt vor allem beim Eisen. 1630 zählte man etwa eintausendfünfhundert Einwohner, und die Pest raffte fast die Hälfte dahin. Heute sind es dreitausenddreihundertzwanzig, im Val Camonica, Provinz Brescia.

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