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🏰 Burgen und Schlösser

palazzo della Ragione

📍 Milano, Lombardei · 63/100

Bevor Mailand seinen Dom hatte, hatte es dies: einen offenen Portikus mitten auf dem Kaufmannsplatz, wo Versammlungen abgehalten, Streitigkeiten gerichtet und Verordnungen aufgesetzt wurden. Der Palazzo della Ragione wurde 1251 vollendet, begonnen etwas mehr als zwanzig Jahre zuvor, und war fünfeinhalb Jahrhunderte lang das Rathaus der Stadt. Unter den Arkaden handelte man, darüber entschied man; und in den Sälen bewahrte man in Kriegszeiten den Carroccio, den Wagen mit dem Altar, um den herum sich die Mailänder töten ließen.

Sehenswertes

An der Front zum Platz, hoch links vom Mittelbogen, sitzt ein Relief mit einem Mann zu Pferd: der Podestà Oldrado da Tresseno, der 1233 das Obergeschoss anfügen ließ, wohl von der Werkstatt Benedetto Antelamis dargestellt. Die Inschrift daneben lobt ihn dafür, diesen Palast gebaut und die Katharer verbrannt zu haben, wie es sich gehörte. Es ist das ruhigste aller politischen Manifeste und lohnt, ganz gelesen zu werden.

Unter dem Portikus, zur Via Mercanti hin, suchen Sie dagegen die halbwollige Sau: ein Schwein, dessen halber Körper mit langem Haar gemeißelt ist, das die Kelten der Sage nach hier fanden und von dem Mailand seinen Namen haben soll. Ringsum ist der Platz das am besten erhaltene Stück mittelalterlicher Stadt im Zentrum geblieben: die Loggia degli Osii mit den Balkonen, von denen die Urteile verlesen wurden, die Casa dei Panigarola, der Palazzo delle Scuole Palatine.

Der Besuch

Die Piazza dei Mercanti liegt zwischen Dom und Cordusio, zwei Minuten von beiden, und wird zu jeder Stunde frei durchquert. Der große Saal im ersten Stock öffnet nur zu Ausstellungen, mit eigener Karte und eigenen Zeiten: Wenn er offen ist, lohnt der Aufstieg, denn der Raum ist riesig und hat noch seinen Dachstuhl. Zwanzig Minuten für den Platz.

Tipp der Redaktion

Betreten Sie den Platz durch den überdachten Durchgang von der Via Mercanti, nicht von der Domseite: Man geht unter einem niedrigen Gewölbe hindurch und tritt in den geschlossenen Raum, und für ein paar Sekunden verschwindet der Lärm der Stadt. So kam man im dreizehnten Jahrhundert hierher. Suchen Sie dann den Brunnen in der Mitte und stellen Sie sich mit dem Rücken zu ihm: Von dort reihen sich alle Gebäude auf, und der Anblick wirkt noch immer.

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