Travacò Siccomario

Provinz: Pavia · Region: Lombardei · Einwohner: 4.361 · PLZ: 27020

Bis 1864 hieß die Gemeinde Santa Maria della Strada, nach einem Dorf, das es nicht mehr gab: der Po hatte es um 1800 zerstört, der Gemeindesitz lag längst in Travacò, und der alte Name erschien aus reiner Verwaltungsträgheit weiter in den Akten. So geht es hier zu: die Grenzen zeichnet der Fluss. Costa Caroliana lag in einer tiefen Schleife des Ticino, und als der Fluss seinen Lauf begradigte, wurde der am anderen Ufer verbliebene Teil 1902 an Valle Salimbene abgetreten. Auch das Gehöft Lebba bei Mezzano, vom Po fortgerissen, wurde andernorts wieder aufgebaut.

Viertausenddreihunderteinundsechzig Einwohner in der Provinz Pavia, auf der Landinsel zwischen Ticino und Po, kurz vor deren Zusammenfluss. Im siebzehnten Jahrhundert gab es hier keine richtigen Ortschaften, sondern verstreute Höfe und Kirchen, aufgeteilt auf eine Handvoll winziger Gemeinden, und es dauerte anderthalb Jahrhunderte, sie auf eine zu bringen. Das österreichische Zollhaus steht noch: als Pavia österreichisch und das Siccomario piemontesisch war, verlief die Grenze zwei Kilometer vor der Stadt, und das Gebäude trägt noch die Zeichen des Kaiserreichs. Die Pfarrkirche von 1225 gehört der letzten Phase der Pavianer Romanik an.

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