Porto Valtravaglia

Provinz: Varese · Region: Lombardei · Einwohner: 2.348 · PLZ: 21010

Der Name kommt von den Fischerhäfen: Es waren drei, und nur einer überstand den Bau der Straße nach Laveno. «Valtravaglia» kam 1863 hinzu, und 1928, als die Provinz Varese entstand, nahm die Gemeinde Muceno und Musadino auf, die beiden Orte der Hochfläche, die man hier schlicht das Tal nennt. Früher noch, um die Mitte des zehnten Jahrhunderts, hatte Otto I. das Lehen Travalia dem Erzbischof von Mailand verliehen, und die Erzbischöfe hielten es jahrhundertelang; zu Kastellanen der Burg von Caldè ernannten sie die Sessa, eine Familie langobardischer Herkunft, die in Ticinallo keine Lehnsgewalt über sich anerkannte. Die Burg zerstörten 1523 die Schweizer.

Was den Ort veränderte, war jedoch das Glas. 1759 eröffneten Felice Cioja und Carlo Mellerio in Porto eine Fabrik für Tafelglas, Karaffen und Kristallgläser; 1774 arbeiteten dort vierzig Männer, neunundvierzig Frauen und viele Kinder, und ein Teil der Arbeiter kam aus fernen Ländern: Ihre Nachnamen sind im Ort geblieben — Griner, Asciamprener, Klingly. In napoleonischer Zeit schrieb der Ökonom Melchiorre Gioia, die Reinheit der Gläser von Porto sei hochberühmt und jener Böhmens nur wenig unterlegen; unter den Minetti kam das Werk auf hundertsiebzig Beschäftigte. Von jener Industrie sind heute wenige Spuren geblieben, und der Ort lebt von Grenzgängern, Handwerk und Gästen, vielen davon aus Deutschland.

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