Die erste Burg von Altidona ist im Meer gelandet. Sie hieß San Biagio in Barbolano und versank im frühen Mittelalter, oder vielleicht haben die Leute von Altidona sie selbst niedergelegt: die Quelle gibt beide Fassungen. Nach dem zwölften Jahrhundert bauten sich die Einwohner eine neue, auf dem Hügel, wo der Ort heute steht, um die Pfarrei Santa Maria e San Ciriaco; 1507 erscheint sie unter Fermo als Burg zweiter Klasse. Die mittelalterlichen Mauern stehen noch, und ebenso der Belvedere, der Wachtturm über dem Tal des Aso. Im Pfarrhaus aus dem achtzehnten Jahrhundert hängt ein Polyptychon von Cortese von 1390 mit der thronenden Madonna zwischen Heiligen, und in der Pfarrkirche eine Tafel, die Vincenzo Pagani zugeschrieben wird. In der Contrada Barbolano, wo die verlorene Burg stand, sind die Villa Montana und eine römische Zisterne geblieben.
Altidona ist das Dorf der Ziegelbrenner. Öfen gab es hier schon in römischer Zeit, doch das Handwerk entsteht im neunzehnten Jahrhundert: im Ortsteil Marina begann Raffaele Bagalini Ziegel herzustellen und hatte 1880 bereits zwei Anlagen in Betrieb; 1890 baute er an der Strada Aprutina einen Ofen der Bauart Hoffmann, einen der ersten in Italien, der im Dauerbetrieb brannte statt in Chargen. Bagalini starb mit sechsundfünfzig Jahren, am 23. Dezember 1898, von einem Transportwagen in einem seiner eigenen Öfen überrollt, und hinterließ seinen Arbeitern ein Handwerk, das diese an ihre Söhne weitergaben: in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zählte man im alten Ortskern mehr als hundert Ziegelbrenner, fast alle fuochisti, jene, die die Temperatur des Feuers regeln. Bis in die sechziger Jahre rief man sie aus halb Italien und aus Deutschland, um Produktionen zu leiten und Öfen zu bauen; einer von ihnen, Antonio Nepi, ließ sich 1931 ein Verfahren zum Einsetzen der Ziegel patentieren, das Brennstoff sparte. Im Juli feiert sie der Ort.