⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Assunta

📍 Riccia, Molise · 43/100

Im August 1762 schlugen während eines Gewitters zwei Blitze in den Glockenturm der Mutterkirche von Riccia ein: Drei Menschen starben, das Gebäude wurde beschädigt, doch Altar und Urne des heiligen Vitalis blieben unversehrt. Die Episode wird im Ort bis heute erzählt, und sie erklärt schneller als alles andere, welches Gewicht diese Kirche im Leben von Riccia hat. Sie ist der Aufnahme Mariens geweiht und steht im Norden der Siedlung, in der Altstadt, neben dem Rathaus.

Sehenswertes

Der Bau stammt aus dem 13. Jahrhundert und war romanisch; im 18. Jahrhundert wurde er erweitert, teils neu errichtet und 1765 erneut geweiht. Aus dem Mittelalter blieben vor allem Portal und Kapitelle: Blattwerk und Tierfiguren, im Fries des Gesimses die Wappen der Familien von Bartolomeo de Capoa und Aurelia Orsini. Das heutige Äußere ist allerdings eine Erneuerung des 20. Jahrhunderts, mit behauenen Steinen zu einer pseudoromanischen Staffelfassade gefügt; der mittelalterliche Glockenturm trägt einen spitzen Helm.

Der Besuch

Das Innere ist barock und dreischiffig. Am Ende des linken Seitenschiffs öffnet sich eine Kapelle mit geripptem Kreuzgewölbe und gotischem Bogen, und dort befindet sich die Dormitio Virginis, um 1480 von Silvestro Buono gemalt, einem Schüler des Antonio Solario: ein neapolitanisches Werk in einem Dorf des Fortore, das den Halt allein rechtfertigt. An der gegenüberliegenden Wand ist ein einheimischer Eremit dargestellt, der selige Stefano Corumano, mit Maria und dem Kind. Unter den Figuren steht ein heiliger Augustinus von 1726, in Neapel von Giovanni Buonavita geschnitzt. Der Hochaltar besteht aus einheimischem Stein mit Einlagen aus Serpentinmarmor.

Tipp der Redaktion

Fragen Sie nach den Reliquien: Die Kirche bewahrt jene der Heiligen Ciriaco, Massimiliana, Mercurio, Timoteo und Vitale sowie den Arm des seligen Stefano Corumano. Die des heiligen Vitalis kamen auf Betreiben von Nicola de Capua, des Verwalters des Fürsten von Riccia, aus Rom und zogen in einer großen Prozession in den Ort ein, in derselben Urne, die wenige Jahre später die Blitze verschonten.

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