🖼️ Museen

Museo nazionale di Castello Pandone

📍 Venafro, Molise · 51/100

Im Repräsentationssaal, dem größten Raum des Hauptgeschosses, sind auf den Vorbereitungsschichten der Malerei noch die Strichliste der Arbeitstage, Skizzen, Zeichnungen, Karikaturen und Inschriften zu lesen. Kürzer lässt sich kaum sagen, was das Museo nazionale di Castello Pandone in Venafro ist: ein Gebäude, das vor allem sich selbst ausstellt.

Sehenswertes

Das Hauptgeschoss gehört den Pferden des Grafen Enrico Pandone. In jedem Raum ließ er die Hengste aus seiner Zucht darstellen, in Reliefputz mit Freskomalerei, sodass die Tiere leicht aus der Wand heraustreten. Jedes trägt sein Monogramm, ein H im Kreis, ein Gebiss, das wie an einem Nagel zu hängen scheint, und eine Bildunterschrift mit Namen, Rasse, Alter und Empfänger des Tieres: meist italienische Adlige, in einem Fall Kaiser Karl V. Hintereinander gelesen, ergeben diese Zeilen das Beziehungsnetz einer Familie auf ihrem Höhepunkt. Später ließen die Lannoy die Säle neu ausmalen und tilgten so die Erinnerung an das gestürzte Haus; deshalb ist der Zyklus heute lückenhaft.

Im zweiten Obergeschoss wird der Rundgang zu einer Zeitleiste der Kunst im Molise. Er beginnt mit Freskofragmenten des 7. Jahrhunderts aus dem ehemaligen Kloster Santa Maria delle Monache in Isernia und endet im frühen 20. Jahrhundert bei den Holzschnitten, Fotografien und Aquarellen der Sammlung Musa. Dazwischen: das Passionspolyptychon aus Alabaster aus der Kirche der Annunziata in Venafro, im 15. Jahrhundert in einer Werkstatt in Nottingham gearbeitet; die Madonna mit Kind des 14. Jahrhunderts aus Santa Maria della Strada bei Matrice; der hölzerne Christus aus San Giorgio in Campobasso; eine Zeichnung von Mattia Preti und der Luca Giordano zugeschriebene Pan und Syrinx. Die 1990 vom Staat erworbene Sammlung Giuliani wird im Wechsel gezeigt: Zeichnungen, Drucke und Entwürfe, die von Besuch zu Besuch andere sind.

Tipp der Redaktion

Vor dem Aufstieg lohnt eine Runde um den Fuß des Bergfrieds: Die megalithischen Blöcke des ältesten Kerns liegen noch unter dem langobardischen Turm, während Graben und die drei runden Türme mit kegelförmigem Sockel aus der Anjou-Zeit stammen. 1443 kam die Burg unter den Aragonesen an die Pandone, im 17. Jahrhundert an die Lannoy, dann an die Peretti Savelli und die Di Capua. Wer diese Schichten von außen liest, versteht drinnen sehr viel mehr.

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