⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Sant'Ippolito

📍 Nizza Monferrato, Piemont · 47/100

Schon 1297 stand die Kirche Sant'Ippolito, doch viereinhalb Jahrhunderte lang erzählt ihre Geschichte vor allem vom Verfall: Die Quellen finden sie halb zerstört, Bischöfe besuchten sie erst gegen Ende des Cinquecento, und durchgehende Pfarrberichte gibt es erst ab der Mitte des Seicento. Der Neubau entstand zwischen 1750 und 1760, und dieser Bau steht heute noch.

Sehenswertes

Vom Vorgängerbau ist wenig geblieben, aber gerade dieses Wenige lohnt sich: der Altar und das Gemälde des heiligen Hippolyt an der Apsiswand, die den Restaurierungen und Übermalungen seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts standhielten. Noch älter sind das Weihwasserbecken aus weißem Marmor und die beiden hölzernen Beichtstühle von 1476: Sie wurden nicht für diese Kirche gefertigt, sondern stammen aus dem alten San Giovanni in Lanero.

Der Besuch

Die Fassade ist schmucklos und nur durch ihre Zierelemente in vier Felder geteilt. Das hölzerne Portal fasst ein Rahmen aus weißem Marmor; darüber zeigt ein neueres Mosaik eines einheimischen Künstlers das Martyrium des Heiligen, zerrissen von zwei in entgegengesetzte Richtung ziehenden Pferden, und noch höher folgen eine Uhr und eine Lünette mit steinernem Kreuz. Im Inneren führen drei Joche mit bemalten Pfeilern auf quadratischem Grundriss zum Presbyterium, das eine mehrfarbige Marmorbalustrade abtrennt. Überraschend ist der Grundriss: zwei Schiffe, dazu ein später rechts angefügtes Stück eines dritten, während das Querhaus, wie in anderen Kirchen von Nizza, zugunsten der Sakristei fast auf null reduziert ist.

Tipp der Redaktion

Erst das Mosaik ansehen, dann die Beichtstühle: Sie markieren die beiden zeitlichen Enden der Kirche, das Quattrocento und die jüngste Vergangenheit, wenige Meter voneinander entfernt. Und die Frage nach dem fehlenden Querhaus lohnt sich: In Nizza wiederholt sich diese Entscheidung, die Sakristei zählte mehr als die große Geste.

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