Unter Canelli verläuft ein Labyrinth von Stollen, die sich über Kilometer verzweigen: die historischen Schaumweinkeller, hier unterirdische Kathedralen genannt, die die UNESCO zusammen mit der Stadt und dem Asti-Gebiet ins Welterbe aufgenommen hat. Die Keller der Casa Gancia sind das größte Stück dieses Systems, mit einem unterirdischen Rundgang von über vier Kilometern.
Sehenswertes
Die Stollen wurden in vergangenen Jahrhunderten in kalkhaltigen Tuff geschlagen, einen natürlichen Wärmeisolator: Drinnen bleibt die Temperatur konstant zwischen 12 und 14 Grad, die richtige Bedingung, damit Millionen von Flaschen bei der Gärung die Aromen des Schaumweins annehmen. Es sind Meisterwerke der Ingenieurskunst, noch bevor sie solche der Kellerarchitektur sind, und das begreift man erst beim Hinabsteigen: Von oben lässt die Stadt nicht ahnen, wie viel Hohlraum unter ihr liegt.
Der Besuch
Die historischen Keller besichtigt man nach Vereinbarung über die Casa Gancia. Über den Stollen steht die Burg von Canelli, auch castello Gancia genannt: Sie wurde im elften Jahrhundert errichtet, um die Straßen von der Stadt zu den Häfen Savona und Vado Ligure zu schützen, 1617 im Krieg gegen Montferrat zerstört und 1930 vom Architekten Arturo Midana als elegante Villa wiederaufgebaut. Sie gehört der Familie Vallarino Gancia.
Tipp der Redaktion
Es lohnt zu wissen, dass diese Keller auch eine Geschichte der Katastrophen haben: Das Hochwasser von 1994 füllte die Stollen mit Schlamm und Wasser und vernichtete einen Großteil des gärenden Schaumweins. Der Belbo, der an der Oberfläche fließt, ist der Grund für Canellis Wohlstand und hin und wieder auch seine unmittelbarste Bedrohung.
