⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario della Madonna del Castello

📍 Caraglio, Piemont · 47/100

Die Wallfahrtskirche der Madonna del Castello begann mit einem Fund. Am 5. Mai 1810 entdeckte Costanzo Chiapale eine alte Kapelle von etwa vier Metern, mit Malereien, die die Jungfrau inmitten der Apostel zeigten. Der Grundeigentümer ließ die Kirche wieder aufbauen und vermachte bei seinem Tod sein ganzes Vermögen der Kapelle, damit Mittel für ihren Unterhalt da wären; 1841 wurde ein Priester mit ihrer Betreuung beauftragt.

Sehenswertes

Die Fassade ist weiß, von Lisenen mit Kapitellen gegliedert und von einem Giebel geschlossen; über dem steingerahmten Portal steht das Marienmonogramm, und weiter oben öffnet sich ein ovales Fenster. Hinter der Fassade erhebt sich der Kirchenkörper mit einem vieleckigen Tambour unter einer Kuppel, bekrönt von einer Laterne, dem von weitem sichtbaren Teil. Zu beiden Seiten laufen zwei niedrigere, gelb verputzte Gebäude, die die Anlage schließen und sie eher wie einen kleinen geistlichen Weiler wirken lassen als wie eine einzelne Kirche. Davor führt eine gepflasterte Allee zwischen zwei Baumreihen zum Tor.

Der Besuch

Die Wallfahrtskirche wuchs durch die Gaben der Gläubigen: Im Lauf der Jahre kamen farbige Glasfenster hinzu, und das Dach wurde erneuert. Sie hatte auch namhafte Besucher. Am 4. September 1855 kamen Prinz Umberto, der spätere König Umberto I., und Herzog Amedeo herauf; 1860 leitete hier der Bischof von Cuneo, Monsignore Clemente Manzini, die Feiern des Pfarrfestes und die Prozession, die hierher führt.

Tipp der Redaktion

Es ist eine jener Wallfahrtskirchen, die durch Anhäufung wuchsen, ohne Gesamtentwurf: zuerst die wiedergefundene Kapelle, dann die neue Kirche, die sie umschloss, dann die Vermächtnisse und Spenden, die Stück für Stück bezahlten. Deshalb ist das Ganze nicht einheitlich, und deshalb lohnt es, mit der Absicht hineinzugehen, den alten Teil zu suchen, statt ein Denkmal zu bewundern. Eines noch: Der Name spricht von einer Burg, doch die mittelalterliche Burg von Caraglio liegt ein paar Kilometer entfernt, auf einer anderen Anhöhe. Die Wallfahrtskirche hat den Namen, nicht den Ort.

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