Der Sancarlone ist 35 Meter hoch und krönt den Sacro Monte von Arona, wo der heilige Karl Borromäus 1538 geboren worden war. Sein Vetter Federico Borromeo wollte ihn, Giovanni Battista Crespi, genannt il Cerano, entwarf ihn, und es brauchte vierundsiebzig Jahre Arbeit: Die feierliche Segnung erfolgte am 19. Mai 1698.
Sehenswertes
Er besteht aus hammergetriebenen Kupferplatten, zusammengehalten von Nägeln und Eisenankern auf einem Kern, der bis zu den Schultern reicht: eine Säule aus Steinblöcken der Brüche von Angera. Der segnende rechte Arm ist eine halb elastische Metallkonstruktion, eigens so gebaut, um den Winden standzuhalten, die im Winter über den See fegen. Die genauen Maße kennt man erst seit der 1975 abgeschlossenen Restaurierung: Der Zeigefinger ist fast zwei Meter lang.
Der Besuch
Man steigt tatsächlich hinein. Der Zugang liegt in einer Falte des Rochetts, dann führen eine Wendeltreppe und zuletzt eine Leiter bis in den Kopf des Heiligen; durch die Öffnungen der Augen und Ohren blickte man einst auf den See, was heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt ist. Fast zwei Jahrhunderte lang war dies die höchste begehbare Statue der Welt: Erst die Freiheitsstatue übertraf sie, im Jahr 1886.
Tipp der Redaktion
1869 machte Frédéric-Auguste Bartholdi auf dem Rückweg aus Ägypten in Arona halt, um zu studieren, wie dieser Koloss stehen bleibt. Siebzehn Jahre später sollte seine Statue in New York den Sancarlone an Höhe übertreffen, und der Koloss von Arona wird auf der Tafel zu Füßen der Freiheitsstatue genannt.
