Die Burg von Trofarello geht auf das neunte Jahrhundert zurück und gehörte der Familie Vagnone, einem alten langobardischen Geschlecht und Herren des Orts. Lange war sie ein militärischer Stützpunkt: Als Moncalieri 1233 gegen Chieri Krieg führte, ließen die Herren von Trofarello die Moncalieser sich auf ihre Burg stützen, um sich zu verteidigen und den Feind rascher zurückzudrängen.
Sehenswertes
Die Wende kam mit dem Spanischen Erbfolgekrieg. 1705 steckten die Truppen des Marschalls La Feuillade die Burg aus Vergeltung in Brand, wo Munition und Vorräte lagerten, und zerstörten sie fast völlig. Vom ursprünglichen Bau blieben nur der Mittelturm und einige Außenmauerzüge; der Rest wurde nach dem Abzug der Franzosen wieder aufgebaut, doch ohne Wehrfunktion: Die neue Burg entstand als adliger Wohnsitz, zuerst eingeschossig, dann auf drei Geschosse erweitert, mit prunkvoll ausgestatteten Sälen.
Der Besuch
Auch das umliegende Gelände wechselte das Gewerbe und wurde ein Park: Die verschiedenen Ebenen des Gartens sind die Spur der Wehrgänge und Verteidigungsmauern, die ganz verschwunden sind. In den Hauptbau eingelassen ist die Kapelle San Rocco, 1792 eingeweiht, die manche Juvarra und Vittone zuschreiben. Den Ostflügel in neugotischen Formen errichtete der Architekt Ricci ab 1928 im Lauf des folgenden Jahrzehnts.
Tipp der Redaktion
In dieser Burg wuchsen Vincenzo Gioberti und der Marchese Carlo Alfieri auf, Senator und Schriftsteller, und der heilige Johannes Bosco wohnte hier: für ein Dorfgebäude eine bemerkenswerte Dichte. Zu sagen ist allerdings, dass die jüngere Geschichte verwickelt ist, zwischen einem Teilabriss auf der Rückseite, dem Wegzug der Familie und mehreren Besitzerwechseln: Man betrachtet sie von außen und erkundigt sich besser vorher, was tatsächlich zu besichtigen ist.
