Tratalias

Provinz: Sud Sardegna · Region: Sardinien · Einwohner: 1.107 · PLZ: 09010

Die Kathedrale kam hierher, weil ein anderer Sitz unbewohnbar geworden war. Sarazenische Überfälle hatten die Insel Sant'Antioco entvölkert, und der Sitz des Bistums Sulci wurde in den Ort Tratalias verlegt: die Verlegung wurde 1218 durch eine Bulle Papst Honorius' III. amtlich, doch die Arbeiten an der neuen Kathedrale Santa Maria di Monserrato hatten schon 1213 begonnen und endeten 1282. Sie ist sardische Romanik: zwei Reihen lombardischer Bogenfriese an der Fassade und eine Fensterrose. Damals galt Tratalias etwas, geschützt von der Burg Tului, welche die Richter von Cagliari errichtet hatten und die im 12. Jahrhundert die Bischöfe des Sulcis beherbergte. Dann verfiel der Ort: im 15. Jahrhundert erscheint er entvölkert, und der Bischofssitz war bereits nach Iglesias gegangen, amtlich 1503.

Der Rest ist eine Geschichte von Abgängen. Von 1258 bis 1355 lag die Herrschaft bei den pisanischen Della Gherardesca; unter den Aragonesen bildete Tratalias mit Santadi eine Baronie, die dem Bischof zu Lehen gegeben war, und kaufte sich 1839 frei. Die Wiederbesiedlung beginnt im 18. Jahrhundert, und 1853 wird der Ort Gemeinde der Provinz Iglesias. Dann schuf 1954 ein Damm am rio Palmas den Stausee von monte Pranu, um die Böden des unteren Sulcis aufzuwerten: doch das Wasser sickerte ein, die Gebäude bekamen Risse und es entstanden hygienische Probleme, also baute man wenige hundert Meter weiter ein neues Dorf, und alle zogen dorthin. Der alte Ortskern mit seiner Kathedrale blieb, wo er war. Im Gebiet stehen mehr als vierzig Nuraghen, über fünf Gigantengräber und das nuraghische Dorf Sirimagus.

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