Das Naturreservat Biviere di Gela, 1997 eingerichtet, schützt den größten Küstensee Siziliens, einen flachen Sumpf zwischen den Dünen des Golfs von Gela, etwa anderthalb Kilometer vom Meer entfernt. Es liegt vollständig auf dem Gebiet der Gemeinde Gela.
Sehenswertes
Der See ist das beherrschende Element. Nach der Naturalis historia von Plinius dem Älteren hieß er einst Cocanico, und man gewann hier Salz, das an den Rändern des Teichs getrocknet wurde. Bis ins 16. Jahrhundert war das Gebiet ein brackiges Sumpfgelände; zu Beginn des 17. Jahrhunderts verwandelte Herzog Giovanni von Aragón es in einen Süßwassersee, den er durch einen unterirdischen Kanal mit dem Fluss Dirillo verband. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war er ein Jagd- und Fischereireservat; 1991 wurde er von der Ramsar-Konvention zum Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung erklärt.
Die Vogelwelt mit mehr als zweihundert Arten ist das bemerkenswerteste Naturelement des Reservats: Der Biviere ist eines der wichtigsten Rast- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel. Unter den Enten sieht man Pfeifente, Spießente, Löffelente, Knäkente und Tafelente; unter den Watvögeln den Stelzenläufer und die Uferschnepfe; dann Reiher wie den Graureiher und, seltener, den Purpurreiher. Vorhanden sind auch Löffler, Eisvogel, Rohrweihe und Fischadler. Die Vegetation um den See umfasst Röhrichte und andere wasserliebende Pflanzen; auf den Wiesen blühen im Frühjahr wilde Orchideen wie die Ophrys oxyrrhynchos, ein seltener sizilianischer Endemit, und auf den Dünen gedeihen der Weiße Ginster und die seltene Leopoldia gussonei, endemisch an der Küste des Golfs von Gela.
Der Besuch
Das Reservat hat einen Parkplatz am Eingang, ein Besucherzentrum, ausgestattete Bereiche, Wege und Beobachtungshütten, errichtet mit Mitteln der Europäischen Gemeinschaft. Öffnungszeiten und Zugangsregeln nennen die herangezogenen Quellen nicht: Sie sind bei der Verwaltung zu erfragen, die laut den Quellen die LIPU ist.
Tipp der Redaktion
Halten Sie Ausschau nach dem Sichler, dem Vogel, der zum Symbol des Reservats geworden ist. Rohrdommel und Nachtreiher, nachtaktiv, sind vorhanden, aber schwerer zu beobachten.



