⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Sant'Agata

📍 Taormina, Sizilien · 123/100

Am 3. April 1374, dem Tag des heiligen Pankratius, begann der Dominikanermönch Damiano Rosso, Fürst von Cerami, mit der Gründung des Predigerklosters und der angeschlossenen Chiesa di Sant'Agata in Taormina, indem er den auf einer früheren Baronsfestung errichteten Familienpalast stiftete. Zusammen bilden sie einen einzigen monumentalen Komplex, der auf die Piazza San Domenico blickt.

Sehenswertes

Das Äußere der Kirche bewahrt das am besten erhaltene Element der ursprünglichen Anlage: den quadratischen Glockenturm, der auf mehreren Ebenen im romanischen Stil gegliedert ist, mit Glockenstuben, die von Einbogenfenstern durchbrochen sind. Das Eingangsportal weist kannelierte Säulen und Kompositkapitelle auf. Das ehemalige Kloster betritt man durch ein großes Portal des 17. Jahrhunderts, über dem das marmorne Wappen des Dominikanerordens sitzt, das einen Hund mit einer brennenden Fackel im Maul darstellt.

Der Komplex umschließt zwei Kreuzgänge. Der große Kreuzgang im Renaissancestil hat einen quadratischen Grundriss mit sieben Arkaden je Seite, die von neunundzwanzig Säulen getragen werden; in seiner Mitte birgt er einen Brunnen, der mit einer unterirdischen römischen Zisterne verbunden ist, sowie den monumentalen Sarkophag des Giovanni Corvaja. Der kleinere Kreuzgang zählt hingegen sechs Arkaden je Seite, die von fünfundzwanzig Säulchen getragen werden.

Das Innere der Kirche wurde durch die anglo-amerikanischen Bombardierungen vom 9. Juli 1943 größtenteils zerstört, die gegen das im angrenzenden Hotel untergebrachte deutsche Oberkommando gerichtet waren — das Hotel war 1896 aus den vierzig Zellen der Mönche gewonnen worden. Der Angriff zerstörte die Einlegearbeiten aus Taormina-Stein, die Holzskulpturen und die Sakristei. Erhalten blieb die marmorne Renaissance-Statue der heiligen Agatha, im 16. Jahrhundert gemeißelt und Martino Montanini zugeschrieben, die sich heute in der Kathedrale San Nicola di Bari befindet. Die geretteten Überreste, darunter die Sockel der kleineren Altäre, finden sich im Kirchenschiff, das nach dem Krieg zum Kongresssaal umgestaltet wurde. Zu den historischen Werken des Klosters zählten Skulpturen des heiligen Franz von Assisi und des heiligen Dominikus, eine Büste von Damiano Rosso und Fresken, die den irischen Dominikanermärtyrerinnen Honoria Magaen und Honoria de Burgo gewidmet waren.

Der Besuch

Die Bauten des ehemaligen Klosters und die Reste der Kirche erlauben es, den ursprünglichen romanischen Glockenturm, das Portal des Ordens aus dem 17. Jahrhundert, die Arkaden der beiden historischen Kreuzgänge und die im Saal des Hotels erhaltenen Altarsockel zu betrachten.

Tipp der Redaktion

Im großen Kreuzgang verdient der zentrale Brunnen besondere Aufmerksamkeit, ein Zeugnis der römischen Wasserbaukunst mitten im Renaissance-Säulengang.

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