Das Museum sitzt in der Badia Vecchia, dem Wehrturm des 14. Jahrhunderts, der zur Befestigung der Stadtmauer von Taormina gehörte und später mit ghibellinischen Zinnen, Biforien unterschiedlicher Machart und jenen Bändern aus mehrfarbigem Einlegewerk — heller Stein im Wechsel mit Lavastein — geschmückt wurde, die auch am nahen Palazzo Duchi di Santo Stefano wiederkehren. Der Name geht auf eine Abtei zurück, die hier ihren Sitz gehabt haben soll. Nach der Instandsetzung zog das Archäologische Museum von Taormina ein, das die Funde der Grabungen zeigt, die zwischen 1984 und 1998 von der Denkmalbehörde Messina in der Stadt durchgeführt wurden: Dinge, die unter den Häusern und Straßen des Zentrums hervorkamen, nicht von einer weit entfernten Fundstelle.
Sehenswertes
Drei Säle, ein kurzer und dichter Rundgang. Das seltenste Stück ist die Statue einer Isis-Priesterin aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., ein Beleg für den Kult von Isis und Osiris in Taormina; daneben stehen späthellenistische Skulpturen und Keramik, die im 4. Jahrhundert v. Chr. einsetzt.
Dann folgt der römische Teil: Gefäße aus Zisternen der Kaiserzeit, dünnes Alltagsglas, Alabasterurnen und gläserne Aschengefäße aus den Nekropolen, ein Marmorsarkophag mit Psyche und dionysischen Figuren. Mittendrin steht der Bau selbst: Die Biforien rahmen das Meer, und die Räume bewahren die schmalen Maße des Turms.
Der Besuch
Die Badia Vecchia liegt an der Via Circonvallazione 30, der oberen Straße über dem Corso Umberto; vom Antiken Theater sind es fünf Minuten zu Fuß. Der Eintritt kostet nichts. Die Öffnungszeiten wechseln mit der Saison — meist Dienstag bis Samstag, 9:00 bis 20:00 — und man sollte sie vor dem Aufstieg prüfen, denn das Museum gehört zum Archäologischen Park von Naxos und Taormina und folgt dessen Kalender. Dreißig Minuten genügen, vierzig, wenn man die Beschriftungen liest; die Säle liegen auf mehreren Ebenen und man geht zu Fuß hinauf.
Tipp der Redaktion
Wir legen es vor das Antike Theater, nicht danach: Hat man die Urnen, die Gläser und die Priesterin gesehen, ist das Theater keine Ansichtskarte mehr, sondern das sichtbarste Stück einer Stadt, die unter ihren eigenen Häusern weiter Material hergibt. Und vor dem Eintreten queren wir die Straße: Erst von dort, aus dem richtigen Abstand, liest sich das Einlegewerk der Fassade als das, was es ist — eine Zeichnung aus zwei Steinfarben.
