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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Sant'Agostino

📍 Taormina, Sizilien · 123/100

1486 errichteten die Bürger von Taormina eine dem heiligen Sebastian geweihte Kirche als Weihegabe für die Befreiung von der Pest. Etwas außerhalb der Porta dell'Orologio an der Piazza IX aprile (auch als Piano di Sant'Agostino bekannt) gelegen, wurde das Gotteshaus am 12. September 1530 unter der Aufsicht des Vizekönigs Gaspare de Spes den Augustinern übertragen, mit einer von Ettore Pignatelli und dem Erzbischof Antonio La Lignanime bestätigten Urkunde. Die Mönche widmeten den Bau dem Gründer ihres Ordens, dem heiligen Augustinus von Hippo. 1866 infolge der Aufhebungsgesetze enteignet, beherbergte das Gebäude bis in die 1950er Jahre eine Grundschule; 1981 restauriert, wird es seit 1985 als Bibliothek und Mehrzweckraum genutzt.

Sehenswertes

Von der spätgotischen sizilianischen Fassade von 1486 sind die kleine Fensterrose und der Spitzbogen des Spitzbogenportals erhalten, das im 18. Jahrhundert mit einem großen Architrav aus Taormina-Marmor ergänzt und von Ecksteinen aus Naturstein begrenzt wurde. Auf der linken Seite erhebt sich der türmchenförmige Glockenturm mit Zinnen, einer Glockenstube mit Halbspitzbogen und Verzierungen aus Lavastein-Intarsien. Rechts liegt der Zugang zum ehemaligen Kloster. Das Innere bewahrt eine hölzerne Sparrendecke und vier Nischen je Wand, die mit Scheinbögen und Scheinsäulen korinthischer Ordnung geschmückt sind. Im Gotteshaus befand sich das Polyptychon von Antonello de Saliba aus dem Jahr 1504, eine Tempera auf sechs Tafeln in einem eingelegten Rahmen, der dem Vater Giovanni oder dem Bruder Pietro zugeschrieben wird und heute im Dom San Nicola di Bari in Taormina verwahrt wird.

Der Besuch

Seit 2011 beherbergt das Gebäude die Stadtbibliothek, die über 22.000 Bände bewahrt, davon 2.000 zu Sizilien, sowie einen alten Bestand mit Abhandlungen aus den aufgelösten Klöstern von Sant'Agostino, San Domenico und der Kapuziner. Das alte Refektorium wurde zum Lesesaal umgestaltet, während der nach dem Juristen und Theologen Giovanni Di Giovanni benannte Saal für kulturelle Veranstaltungen und Kunstausstellungen genutzt wird.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie den Glockenturm links der Fassade, um den farblichen Kontrast seiner Intarsien aus Lavastein zu würdigen.

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