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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Domenico

📍 Noto, Sizilien · 53/100

Die Kirche San Domenico wurde von Rosario Gagliardi entworfen und zwischen 1703 und 1727 für die Dominikanerpatres errichtet; sie zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen des Barock in Noto und im Südosten Siziliens. Die Dominikaner waren seit 1344 in der Stadt, als sie hier ihre neunte sizilianische Niederlassung mit dem Patrozinium der Verkündigung gründeten; nach dem Erdbeben von 1693 richteten sie ihren Konvent neu ein.

Sehenswertes

Die Fassade gliedert sich in zwei übereinanderliegende Ordnungen, unten dorisch, oben ionisch, beide bestimmt vom rhythmischen Wechsel aus frei stehenden Säulen und Nischen. Der mittlere Baukörper schwingt konvex vor und wird von einem gesprengten, geschwungenen Giebel bekrönt, was starke Hell-Dunkel-Effekte erzeugt. Der Innenraum folgt einem zentralen Schema mit drei Schiffen und einem Querhaus, das die Längsachse im zweiten Joch kreuzt. Über der Vierung erhebt sich außen der Tambour, der die Kalotte der Hauptkuppel verkleidet; um ihn herum liegen symmetrisch in X-Form vier kleinere Kuppeln mit ausgestellten Wölbungen, deren Kalotten auch von außen zu sehen sind. Der Saal ist mit Stuck und Altären aus buntem Marmor ausgestattet. Unter den Gemälden ragen eine Leinwand des 18. Jahrhunderts mit dem heiligen Dominikus, der den Heiligen Geist empfängt, und die Madonna vom Rosenkranz heraus, die Vito D'Anna 1712 malte. Am dritten Altar des linken Seitenschiffs hängt ein farbig gefasstes Holzkreuz, umgeben von sieben Tafeln aus Carrara-Marmor mit Hochreliefs der Passion Christi. Auf dem Hochaltar stehen die Figuren der Madonna vom Rosenkranz und des heiligen Dominikus aus vergoldetem Holz und bemaltem Pappmaché, gefasst in ein vergoldetes Holzziborium nach einem Entwurf des Messineser Architekten Antonio Basile. Vom alten Konvent nebenan, der später als Schule diente und größtenteils neu gebaut wurde, ist im Südflügel der Baukörper unversehrt geblieben, der ein Bossenportal bewahrt; es wird dem Architekten Sinatra zugeschrieben.

Der Besuch

Von außen kannst du den Tambour und die vier kleineren Kuppeln mit ihren ausgestellten Wölbungen betrachten, dazu das Bossenportal von Sinatra am Südflügel des einstigen Konventskomplexes.

Tipp der Redaktion

Nimm dir am dritten Altar des linken Seitenschiffs Zeit für die Passionsreliefs aus Carrara-Marmor und sieh dir das von Antonio Basile entworfene Ziborium auf dem Hochaltar aus der Nähe an.

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